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Gerölle von Karbonkohlen in der Unterkreide des Niedersächsischen Beckens

Teichmüller, M.

Kurzfassung

Im Osterwald wurden im Sandstein dicht über dem Bergeflöz des Wealden hirsekorngroße Kohlengerölle entdeckt, die sich überraschenderweise auf Grund ihrer kohlenpetrographischen Zusammensetzung und ihrer Sporenführung (Densosporen!) als typische Karbonkohlen erwiesen. Die weitere Verfolgung dieser Kohlengerölle zeigte, daß sie in der sandigen Unterkreide des Niedersächsischen Beckens in manchen Schichten recht häufig sind. Meist handelt es sich um Flamm- und Gasflammkohle, vereinzelt wurden auch Fettkohlen beobachtet. Während die Quarzkörner des umgebenden Kreidesandsteins sich in die noch weichen Pflanzenreste der Kreidezeit eingedrückt haben, vermochten sie dies bei den Karbonkohlengeröllen nicht. Letztere waren eben schon zur Zeit der Unterkreide längst feste Steinkohle. - Die meisten Gerölle bestehen aus protobitumenreichen Klariten und Duriten sowie Kannelkohlen, die sich gegenüber den Glanzkohlen durch große Zähigkeit auszeichnen. Die Geröllgröße wächst mit Annäherung an die Rheinische Masse. Auch die Karbonkohlengerölle im Wealden des Osterwalds dürften von dort stammen, da die Sporenvergesellschaftung nach den Untersuchungen von KREMP auf mittleres Westfal C weist. Dieses ist im Münsterland unter der transgredierenden Oberkreide weit verbreitet, während zwischen Harz und Thüringer Wald einzig die Grillenberger Schichten ins Westfal hinabreichen, aber nur noch das Westfal D umfassen.