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Der zyklische Aufbau der Magerkohlenschichten (Oberes Namur C) Westfalens

Gribnitz, K.-H.

Kurzfassung

Seit den Arbeiten von C. SCHMIDT (1923) und FIEGE (1937) ist die zyklische Gliederung des Namurs C und Westfal A des Ruhrgebietes bekannt. Dagegen fehlte bisher eine eingehende Untersuchung der vertikalen und horizontalen Entwicklung der Zyklen im produktiven Karbon Westfalens. Über die dazu notwendigen petrographischen Untersuchungen wurde z. T. schon berichtet (GRIBNITZ 1951 a). Die endgültigen Ergebnisse unter Berücksichtigung der von KUKUK (1942) vorgeschlagenen Einteilung seien noch einmal kurz zusammengestellt: Die in den Magerkohlenschichten vorkommenden Gesteine können texturell in gebänderte bzw. geflaserte und in ungebänderte Sedimente unterteilt werden. Damit werden gleichzeitig zwei verschiedene Sedimentationsarten unterschieden. Während sich die ungebänderten Sedimente unter den längere Zeit gleichbleibenden bzw. gleichmäßig ändernden Ablagerungsbedingungen bildeten, zeigen die gebänderten Sedimente einen sprunghaften Wechsel der Sedimentationsverhältnisse an. Ordnet man die ungebänderten Gesteine nach ihrem Gehalt an Grundmasse, die vorwiegend aus toniger Substanz aufgebaut ist, so ergibt sich eine kontinuierliche Reihe von Schieferton zu den Arkosen bzw. Sandsteinen. 1. Schieferton ... mehr als 95% Grundmasse; 2. Schieferton, sandig .. 95-75% Grundmasse; 3. Schieferton, sehr sandig ... 75-60% Grundmasse; 4. Grauwacke ... 60-25% Grundmasse; 5. Arkose ... weniger als 25% Grundmasse. Die gebänderten Sedimente bestehen petrographisch aus einer mehr oder minder feinen Wechsellagerung starker sandiger und stärker toniger Sedimente, deren Grenzen in der überwiegenden Mehrzahl (auch bei Betrachtung unter dem Mikroskop) scharf ausgebildet sind. Es ist möglich, daß der gebänderte Typ der "Brandschiefer" unter gleichen Ablagerungsbedingungen entstanden ist, da neben der bekannten Wechsellagerung Kohle-Schieferton auch eine Wechsellagerung Kohle-Grauwacke bzw. Arkose (Sandstein) vorkommt. Die gebänderten Gesteine lassen sich in folgende Typen unterteilen: 1. Sandiger Schieferton, gebändert oder geflasert ... mehr als 60% des Gesteins besteht aus Tonlagen; 2. Grauwacke, gebändert oder geflasert ... 60-20% des Gesteins besteht aus Tonlagen; 3. Sandstein, gebändert ... weniger als 20% des Gesteins besteht aus Tonlagen; 4. Sandstein, blättrig ... wenn Glimmer- und Pflanzenhäckselbestege den "Bänderungsfaktor" noch erkennen lassen. Vergleichsuntersuchungen an Gesteinen aus dem holländischen Oberkarbon (Originalmaterial HEERTJES 1942) und ein Vergleich der einschlägigen Arbeiten aus Deutschland, Holland und Belgien ergaben, daß dort die gleichen Sedimente wie im Ruhrgebiet vorliegen und die Ergebnisse damit auch für diese Gebiete gültig sind.