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Versteinerte Torfe des Ruhrkarbons

Teichmüller, Marlies

Kurzfassung

Um den Werdegang kohlenpetrographischer Gefügebestandteile und Streifenarten zu klären, wurden versteinerte Torfe (Dolomit- und Sideritkonkretionen) mit der angrenzenden daraus entstandenen Kohle an Hand polierter Dünnschliffe im auffallenden und durchfallenden Licht verglichen. Ergebnis: Vitrinit entsteht aus Holz, Rinden, Blättern, Wurzeln. Fusinite sind keineswegs immer auf Waldbrände zurückzuführen, sondern verdanken ihre charakteristischen optischen Eigenschaften oft primär besonders dunklen Pflanzenteilen. Sporen sind in den Karbontorfen nicht so häufig wie es der Kohleanschliff vermuten läßt. Die charakteristischen, stark reflektierenden Bestandteile der Durite dürften großenteils erst im Verlauf der Diagenese aus bituminösem Ausgangsmaterial entstanden sein. An der Zusammensetzung der Karbontorfe sind Wurzeln stark beteiligt. Die eigenartige vitritisch-klaritische Kohle der marin überlagerten Flöze ging oft aus Torfen hervor, in denen zartwüchsige Farne und Farnsamer, insbesondere Lyginopteris, bei weitem überwogen. Diese Torfe sind auffallend sporenarm und kaum zersetzt. Dagegen ist das Ausgangsmaterial der Durite und bestimmter protobitumreicher Klarite stark zersetzt und reich an Sporen und Fusiniten. Es waren offenbar bakterienreiche Schlamme. Der Volumenschwund vom Torf bzw. Schlamm zur Steinkohle verhält sich wie 6:1 bzw. 8:1. Die Untersuchungen bestätigen frühere - durch Vergleich mit den deutschen Braunkohlen gewonnene - Vorstellungen, daß Vitrite und sporenarme Klarite aus Waldtorfen hervorgehen, wohingegen sporenreiche Klarite und Durite in Schlenken, Seen und Röhrichten abgelagert wurden.