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Geologisch-lagerstättenkundliche Probleme in Ostgriechenland

Petrascheck, W. E.

Kurzfassung

Die silikatischen Nickellagerstätten Ostgriechenlands sind nicht, wie in der Literatur vielfach behauptet, Lagerstätten der Serpentinverwitterung, sondern sie sind Ni-haltige Eisentrümmerlagerstätten an der Basis der transgredierenden Oberkreide, diskordant auf Kalken der Trias und des Juras gelegen. Abzuleiten sind diese sedimentären Ni-Fe-Erze allerdings von Ni-haltigen Verwitterungseisenerzen aus nahe gelegenen Serpentinmassiven. Diese Serpentinmassive, Glieder der jurassischen Serpentin-Hornstein-Serie, sind als "Osthellenische Decke" auf die kalkig-mesozoische Serie mit dem sedimentären Erzhorizont (Parnass-Gjonas-Serie) aufgeschoben. Die Verknüpfung der beiden Faziesbezirke durch den Ni-Fe-Erzhorizont beweist allerdings, daß die Überschiebung der Osthellenischen Decke auf die Parnass-Gjonas-Decke nicht von weit her kam. Der Ni- und Cr-Gehalt des sedimentären Eisenerzes sowie dessen mehr oder weniger konglomeratische Ausbildung läßt sich zu einem paläogeographischen Bild auswerten. Weiter entfernt vom Ablagerungsraum des Trümmererzes ist innerhalb der Kalke der Parnass-Gjonas-Serie die orogene Schichtlücke zwischen Jura und Oberkreide durch einen verbreiteten Bauxithorizont gekennzeichnet, innerhalb der Osthellenischen Serie durch lateritisches Eisenerz auf Serpentin, welches vom Oberkreidekalk überlagert wird. Ostwärts über Euböa zur Insel Skyros nimmt diese Serie einen stärker metamorphen Charakter an, indem dort schon stark magnetisches Roteisenerz zwischen Serpentinschiefern und kristallinem Kalk liegt, und ebenso sind von den Ägäischen Inseln alle Übergänge zwischen Bauxiten und Schmirgelgesteinen bekannt. Vielleicht wird sich also dieser Horizont von Verwitterungslagerstätten dereinst z. T. als Hilfsmittel zur Gliederung des ägäischen Metamorphikums verwenden lassen. (Ausführlicheres in d. Berg- u. Hüttenmänn. Monatsheften der Mont.-Hochschule Leoben 1951.)