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Die Endmoränenlandschaft zwischen Krefeld und Nymwegen

Steeger, A.

Kurzfassung

Das Landschaftsbild wird hier im wesentlichen bestimmt durch die mehr oder weniger in bogigen Formen verlaufenden und mehrfach gestaffelten Stauch-Endmoränen. Dazwischen oder daran anlehnend finden sich fluvioglaziale Bildungen, meist in ebenflächiger Lagerung. Nach jahrzehntelanger Beobachtung ergab sich in den großen Aufschlüssen des Hülser Berges eine direkte Verzahnung zwischen der Stauchmoräne und dem Fluvioglazial, das also eine hochglaziale Bildung vom Ausklang der vorletzten Vereisung (Saale-Vereisung) darstellt. Grundmoräne ist noch in Resten an der Innenseite und auf der Höhe der Stauchmoränen zu finden. Es muß also mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß das Eis die durch die westliche Endmoränenstaffel bezeichnete Linie noch etwas überschritten hat. Jedoch herrscht jetzt Einigkeit darüber, daß die grundmoränenartigen Bildungen auf der Mittelterrasse im Eisvorland periglazialer Natur sind und direkt nichts mit dem Saale-Eis zu tun haben. Die einzelnen nordischen Geschiebe in den Mittelterrassenkiesen zwischen Krefeld und Geldern zwingen ebenfalls nicht zur Annahme einer westlicheren Ausbreitung des Eises. - Unsicherheit herrscht noch immer über die Beziehung des Eises zu der sog. Krefelder Mittelterrasse. Die Entscheidung hängt weitgehend ab von der Frage, ob die von STEEGER benannten fossilführenden Krefelder Schichten in den Stauchmoränen gleichaltrig sind mit den Kempener Schichten in der ungestörten Mittelterrasse zwischen St. Tönis, Krefeld und Kempen. Die botanischen Untersuchungen von BERTSCH, JESSEN, POTONIÉ und REIN sprechen dafür, die zoologischen sprechen - allerdings weniger schwerwiegend - dagegen. Weitere genauere Untersuchungen, besonders auf sedimentpetrographischer Grundlage, bleiben abzuwarten.