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Gebirgsbewegungen und Vulkanismus im Rotliegenden des Saar-Nahe-Gebietes

Schröder, E.

Kurzfassung

Den großen Schnitt innerhalb der Rotliegendzeit des Saar-Nahe-Beckens bildet das Aufdringen der Felsitporphyr- und Porphyritstöcke nach Ablagerung der Tholeyer Schichten, verbunden mit Gebirgsbewegungen (Heraushebung des Saarbrücker Sattels, Belebung der Düppenweiler-Nohfelder Schwelle). Im Saargebiet hatte die Sattelbildung eine völlige Verlagerung des Sedimentationsraumes nach Norden zur Folge. Dabei entsteht eine deutliche Erosionsdiskordanz zwischen den vulkanischen Decken samt ihren Begleitsedimenten und den übergreifenden Quarzitkonglomeraten und Sandsteinen des neugebildeten Oberrotliegendtroges. Auch in der westlichen Nahemulde gliedert sich das Oberrotliegende scharf in zwei Stufen. Die ältere, bis 800 m mächtig ("Söterner Schichten", im neuen Sinne), umfaßt die gesamten Porphyrit-Melaphyr-Decken bis zum letzten Melaphyrerguß mit den örtlich stark wechselnden Sedimenten im Liegenden und zwischen den Eruptivdecken und basischen Intrusionen bis an die Hangendgrenze. Die jüngere Stufe (Waderner Schichten) greift nach starker Heraushebung der Randgebiete mit ihren Konglomeraten auf sehr verschiedene ältere Einheiten über, besonders in der Umgebung der Baumholder Porphyritkuppel. In Analogie hierzu müßte man in der Pfalz die Winnweiler Schichten (Melaphyrerguß) noch der älteren Stufe, die Standesbühler Schichten, die in ihrem höchsten Teil bereits Zechsteinalter besitzen, mit ihren übergreifenden Quarzitkonglomeraten noch den Waderner Schichten zurechnen. Im Unterharz darf wohl sicher die jüngste Schichtfolge der Ilfelder Mulde (ru 11 u. 12 SCHRIELS) mit der Waderner Stufe, die unterlagende Eruptivserie vielleicht mit der Söterner Stufe parallelisiert werden. Düsseldorf, 6. März 1951