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Sedimentationszyklen im pfälzischen Unterrotliegenden

Falke, H.

Kurzfassung

Stratigraphische Untersuchungen im pfälzischen Unterrotliegenden ergaben einen dreimal sich wiederholenden Sedimentationszyklus. Er beginnt jeweils mit einem sog. Rothorizont in Verbindung mit gröberen Sedimenten, die zum Hangenden hin in eisenschüssige Sandsteine übergehen. Es folgen sandige bis reine, kohlenstoffreiche Schiefertone, in die ein bis zwei Kohlenflöze eingelagert sind. Den Abschluß bilden bituminöse Schiefertone mit Kalkbänken wechselnder Mächtigkeit. Im einzelnen ist bezeichnend, daß der sog. Rothorizont meist aus einer Anzahl von sehr feinkörnigen roten Ton- bis Lettenschichten besteht, die stets zwischen Sedimenten von gröberem Korn (Konglomeraten bis konglomeratischem Sandstein) eingelagert sind. Die dunklen Schiefertone führen häufig Pflanzenhäcksel und Süßwassermuscheln. Die bituminösen Schiefertone sind meist die fossilreichsten. Sie enthalten u. a. Fisch- und Stegocephalenreste. Die in Verbindung mit diesen Schichten auftretenden Kalkbänke sind vielfach bitumenführend und zeigen z. T. eine äußerst feine Schichtung, teils sind es typische Algenkalke. Des weiteren ist bemerkenswert, daß der erste Zyklus, der von den früheren Remigiusberger bis zu den Altenglaner Schichten reicht, noch sehr in sich verschachtelt ist. Der folgende, zu dem die Wahnweger bis Odenbacher Schichten einschließlich gehören, läßt schon deutlicher die einzelnen Stufen der geschilderten Abfolge erkennen. Am weitesten auseinandergezogen liegen sie im letzten Zyklus von den Alsenzer bis zu den Lebacher Schichten vor. In ihm ist der Rothorizont weniger, dagegen jener aus kohlenstoffreichen und bituminösen Schiefertonen mit Kalkbänken stärker ausgeprägt, so daß sich örtlich noch eine weitere Untergliederung ergibt. Die Ausbildung der Zyklen ist neben klimatischen wohl in erster Linie auf tektonische Ursachen zurückzuführen. Bisherige Kartierungen im Gelände haben ergeben, daß sich einige der aufgezählten Glieder des jeweiligen Zyklus gut als Leithorizonte verwenden lassen. Dies betrifft in erster Linie die Kohlenflöze, die Kalkbänke mit den bituminösen Schiefertonlagen und die Rothorizonte.