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Die Tektonik des Buntsandsteins im Maubacher Erzbezirk

Voigt, A.

Kurzfassung

Die geologisch-tektonischen Verhältnisse des engeren Lagerstättenbereichs von "Maubacher Bleiberg" sind eingehender eigentlich erst zugänglich geworden, seitdem die von 1928 an betriebenen Untersuchungen und bergmännischen Arbeiten kontinuierliche Aufschlüsse in dem nördlichsten Zipfel des bekannten Triasdreiecks am N-Rand der Eifel erbracht haben. Die größerregionale Tektonik der Nordeifeler Randstaffelbruchzone erscheint vornehmlich bestimmt durch die weithin gegen SO streichenden Fortsetzungen der "Gewand"-Linien des Inde-Wurm-Reviers. Als "Randstörungen" zerschneiden diese Sprünge den mit seiner variszischen Achse sich aus der Niederrheinischen Bucht gegen SW hervorhebenden Sattel des Hohen Venns und seines Vorlandes in mehr oder weniger schmale leistenförmige Hauptstaffelstufen. In sich sind diese Hauptstaffeln durch quer zwischen den Randstörungen mehrfach überspringende Brüche in entsprechend raumorientierte Quergräben unterteilt. Der "Kufferather Graben" in der durch den Rursprung nordöstlich und den Schafbergsprung südwestlich begrenzten "Kufferather Hauptstaffelstufe" ist der engere Raum, in dem die bleizinkimprägnierten Sandsteine und Konglomerate des Mittleren Buntsandsteins von "Maubacher Bleiberg" aufsetzen. Die spezielle Lagertektonik innerhalb der genannten Hauptstaffel ist dadurch gekennzeichnet, daß infolge des stufenweisen Aushebens der Trias gegen die Devongrenze hin die dieser am nächsten gelegenen Partien des Mittleren Buntsandsteins und damit des Erzlagers als liegender Erosionsrest der Triasschichten unmittelbar an der Tagesoberfläche gelegen sind. Gegen NO zum Rursprung hin setzt das ungefähr 20 m mächtige Erzlager dagegen in vielfacher Zwischenstaffelung unter einer bis etwa 50 m mächtigen Überdeckung von vorwiegend roten Letten des Oberen Buntsandsteins fort. Diese lagertektonischen Grundzüge haben denn auch die ganze bisherige Betriebsgeschichte dieses Vorkommens maßgeblich bestimmt. Alle früheren, vor 1908 liegenden und mit großen Intervallen wohl bis in die Römerzeit reichenden bergmännischen Arbeiten sind demnach nur in den genannten peripheren Triaspartien umgegangen; die Hauptmasse des neuerdings erschlossenen tieferliegenden Teiles dieses Vorkommens ist den Alten völlig unbekannt geblieben. So gliedert sich auch der gegenwärtig in der Erschließung befindliche Teil der Lagerstätte in ein hoch- und ein tiefliegendes Lager.