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Die Grundprobleme der regionalen Moorgeologie

Thomson, P. W.

Kurzfassung

Moore sind rezente Bildungsstätten von Torflagern, aus denen im Laufe der Zeit Braunkohlen- und Steinkohlenflöze entstehen können. Das Moorphänomen wird vom botanisch-geographischen Gesichtspunkt in seiner horizontalen Ausbildung und von der geologischen Seite in seiner vertikalen Entwicklung als Torflagerstätte betrachtet. Eine wesentliche Erkenntnis der letzten Jahrzehnte besagt, daß Moorbildungen in den verschiedenen Klimazonen nach ganz verschiedenen Gesetzen verlaufen. In allen Gebieten mit größerer periodischer Trockenheit ist eine Moorbildung nur im Zusammenhang mit dem Grundwasser möglich: das "topogene" Moor. Nur bei größerer relativer Luttfeuchtigkeit bilden sich die "ombrogenen" Hochmoore, die aber in Europa nach Norden und Westen zu auch eine Grenze haben (z. B. Aapamoore usw.). Da der Torf praktisch fast vollkommen wasserundurchlässig ist, erfolgen die periodischen Überflutungen der topogenen Moore von der Seite aus. Ihre Randzone ist daher besser mit Nährstoffen versorgt als der zentrale Teil, so daß hier weitgehend baumbewachsene Bruchmoore vorherrschen; im Zentrum sind häufiger die baumlosen, offenen Moortypen anzutreffen, die meist eine größere Feuchtigkeit, d.h. länger andauernde Überflutungen verlangen. Wenn auch in wärmeren Gebieten der Moorwald im allgemeinen eine größere Rolle spielt, so fehlen doch z. B. im subtropischen Florida die offenen Cyperaceenmoore, die sogenannten "Everglades", nicht. Torflager oder Flöze von größerer Mächtigkeit können nur mit einem Ansteigen des Grundwassers entstehen, das in der Regel eine Folge tektonischer Senkungen ist. Nimmt die Absenkungsgeschwindigkeit ab, so können Moorwälder der Randgebiete das ganze Moor überziehen. In der eigentlichen Randzone treten dann schon Trockenwälder (Sequoia) auf, die keinen Torf bilden, sondern nur Stubbenlagen und Brandfusitschichten hinterlassen. Bei stärkerer Absenkung können die offenen baumlosen Moore (helle Schichten in den Flözprofilen oder Schmierkohlen) weitgehend die ganze Fläche bedecken. Im Gebiet der Ville kann man die Moortypen, die zur Braunkohlenbildung führen, weitgehend rekonstruieren. Während der Bildung der unteren ± 15 m des Hauptflözes herrschten im Süden der Ville Bruchwaldmoore, wobei mindestens 2mal auftretende Trockenperioden eine Unterbrechung der Moorbildung zur Folge hatten (Stubbenlagen und Fusitschichten). Nach Norden zu treten auch reichlich offene Moortypen und Seenbildungen auf, die den Pollen von eichenartigen Bäumen führen (Poll. henrici R. POT., und rhoioide Formen).