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Die paläogeographische Entwicklung des linksrheinischen Schiefergebirges vom Kambrium bis zum Oberkarbon

Author, Anonymous

Kurzfassung

Bei der 100-Jahr-Versammlung unserer Gesellschaft 1948 hatte KEGEL einen zusammenfassenden Überblick über die Paläogeographie des Rheinischen Schiefergebirges gegeben. Diese enthält in der Auswertung und Zusammenschau der bis dahin veröffentlichten Arbeiten so grundlegende Ergebnisse, daß sie jeder weiteren Betrachtung, die in dieser Richtung liegt, zugrunde gelegt werden müssen. Wenn hier versucht wird, eine Paläogeographie des linksrheinischen Schiefergebirges vom Kambrium bis zum Oberkarbon zu geben, so bedeutet das, daß die von KEGEL erarbeiteten paläogeographischen Bilder bestenfalls nach einer oder der anderen Seite hin ergänzt werden können - nicht mehr. Damals unerreichbare Literatur steht jetzt teilweise wieder zur Verfügung. Vom Amt für Bodenforschung ist in der Zwischenzeit die Neuaufnahme der Venn-Blätter in Angriff genommen und abgeschlossen worden, die Arbeiten, namentlich der Frankfurter Schule, über das Eifeldevon, doch auch anderer Lehrstätten über Probleme des linksrheinischen Gebirges sind noch im Fluß. Alles das rechtfertigt einen erneuten Überblick, natürlich unter Zugrundelegung des KEGELschen Bildes. 1. Vorkambrium Das Vordevon tritt linksrheinisch im Kern der Ardennen-Massive und im Brabanter Massiv zutage (Abb. 1). In der Deutung der beiden in Belgien und Frankreich unterschiedenen Stufen, des Devilliens unten und des Reviniens oben, früher beide für kambrisch gehalten, haben sich im Laufe der letzten Jahre andere Auffassungen verbreitet. Zwar herrscht auch heute noch Übereinstimmung darin, daß das Devillien des Brabanter Massivs und das der Ardennen-Massive mindestens enge Übereinstimmung zeigen (FOURMARIER 1942, S. M 172). Es hat sich aber herausgestellt, daß dieses Devillien im Massiv von Rocroi durchweg als Fenster aus dem weithin überschobenen Revinien heraussieht (ANTHOINE 1940 a, S. 196) (Abb. 2). Seine Altersstellung hängt damit völlig in der Luft, ja es ist sogar unwahrscheinlich, daß es mit dem Revinien zusammen in das Kambrium gehört, da es stets einen ganz anderen tektonischen Beanspruchungsplan als dieses hat. Nicht einmal die beiden Unterstufen des Devilliens, die eigentliche Abteilung von Deville und die von Fumay, lassen sich zeitlich unbedingt vergleichen. Wir werden also für die Ardennenkerne gut daran tun, das Devillien als mindestens fraglich aus dem Kambrium auszuscheiden.