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Die Trierer Bucht als Teilstück der Eifeler Nord-Süd-Zone

Schröder, Eckart

Kurzfassung

Ursprünglich verband man mit dem Namen "Trierer Bucht" für den mesozoischen Muldenraum nördlich Trier die Vorstellung eines wirklichen Meerbusens, in dem jene Sedimente zur Ablagerung gekommen sein sollten. Vor allem waren es französische Geologen (vgl. JOLY 1908), die noch bis über die Jahrhundertwende hinaus in dieser Einmuldung eine alte, nach Südwesten geöffnete Bucht sehen wollten, in die die mesozoischen Meere vom Pariser Becken aus etwa bis zu den heutigen Erosionsgrenzen der Formationen vorgedrungen seien. Indessen wiesen schon ältere Spezialuntersuchungen auf ganz andere paläogeographische Zusammenhänge hin. So hatte die grundlegende Arbeit BLANKENHORNS (1885) am Nordrand der Eifel recht enge Beziehungen zwischen der Ausbildung der Trias bei Kommern-Mechernich mit derjenigen in der Trierer Gegend und Lothringens sichergestellt. Und die Kartierungsergebnisse der preußischen Landesgeologen im Trierer Raum ließen gerade im Westen, nicht aber in nördlicher oder gar südlicher Richtung, triadische Beckenränder vermuten. Als erster zog dann VAN WERVEKE (1911) den richtigen Schluß, daß die Trias einst über die Eifel hinweggereicht und am Festlandsblock der Ardennen an einem nordsüdlichen Uferrand, der sich im Untergrund noch weit nach Süden erstreckte, geendet habe. Die engen räumlichen Beziehungen zwischen den Triasmulden der Nord- und Südeifel und bei Gerolstein sowie den Eifeler Kalkmulden suchte man anfangs durch rheinische Störungen zu erklären, an denen zunächst das jüngere Devon, später die Trias eingesunken seien. FLIEGEL (1912) und QUIRING (1915) sprachen in diesem Sinne von einem "Eifelgraben". Den Untersuchungen der CLOOS'schen Schule gelang dann der Nachweis, daß hier in Wirklichkeit eine in der variszischen Faltung angelegte Querdepression der Faltenachsen vorliegt, die in späterer Zeit als Senkungszone erneut in Erscheinung trat. Wir wissen heute, daß diese Nord-Süd-Zone nicht nur im Eifelgebiet, sondern auch in ihrer südlichen Fortsetzung als "Lothringer Furche" und nach Norden bis ins Emsland hinein wirksam war und in der paläogeographischen Entwicklung dieses Krustenstreifens vom Altpaläozoikum bis ins Tertiär eine bedeutsame Rolle spielte. Hier sollen nur die Vorgänge innerhalb der Quersenke in ihrer Auswirkung auf primäre Verbreitung, Mächtigkeit und Lagerung des Eifeler Deckgebirges näher betrachtet werden.