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Zur Erdmagnetik der Eifel-Senke

Kutscher, Fritz

Kurzfassung

Ergänzend zu den Vorträgen in Trier über die Eifel-Kalkmulden und zu den Ausführungen von E. SCHROEDER über die Trierer Bucht als Teilstück der Eifel-Nord-Süd-Zone seien einige kurze Bemerkungen über die bisher erzielten geomagnetischen Ergebnisse zur Diskussion gestellt. Die erdmagnetischen Meßmethoden gestatten in vielen Fällen, durch ihre Tiefenwirkung dort noch Aussagen zu machen, wo die morphologisch-tektonischen Untersuchungen versagen oder der Verlauf tektonischer Grundlinien nur unscharf abgegrenzt werden kann. Auf den grundlegenden erdmagnetischen Forschungen und Ergebnissen von H. REICH (1931, 1935) in der Eifel aufbauend, haben in neuerer Zeit E. SCHENK (1940), R. VON ZWERGER (1948) und W. SCHUMANN (1949) den eigenartigen tektonischen Charakter der Eifel-Nord-Süd-Zone näher beleuchtet und in das tektonische Gesamtbild Europas gestellt. Die Achsen des westlichen synklinen und antiklinen Systems des Rheinischen Blockes streichen überwiegend Ost-West und gehen nach Osten in die erzgebirgische Richtung über. Varistische Intrusionen mit deutlich erkennbaren Spuren nahe der Oberfläche sind selten. Ihr Vorhandensein ist jedoch auf Grund stratigraphisch-tektonischer und lagerstättenmäßiger Beobachtungen gefordert worden. Den Beweis für ihr Vorhandensein hat H. REICH (1931, 1935) auch durch erdmagnetische Variometermesssungen geführt. So deutet er örtlich und recht scharf umgrenzte erdmagnetische Störungen im Gebiet der Eifel bei Kelberg und Ahrweiler als varistische Plutone, und die NNO-SSW gerichtete Anordnung dieser varistisch streichenden erdmagnetischen Sättel läßt eine zur Zeit der varistischen Phasen vorgebildete rheinische Richtung vermuten. Beziehungen zum tertiären Vulkanismus sind nicht erkennbar (Meßpunktanordnung nur auf alten Gebirgsanteilen, im W fehlt junger Vulkanismus), so daß tertiäre Lakkolithe als Ursache für die Anomalien mit Sicherheit ausscheiden. Auch die Frage, ob kristalline Rücken für die magnetischen Indikationen verantwortlich gemacht werden können, hat H. REICH (1931) sorgfältig erwogen; die örtliche Verteilung und zeitliche Veränderlichkeit der Säkularvariationen untermauern die Annahme eines älteren Plutons.