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Zur Fazies und Metamorphose der "Kohlen" im Devon des Rheinischen Schiefergebirges Teichmüller, M. & R.

Author, Anonymous

Kurzfassung

1. Zur Fazies der "Kohlen" Die "Kohlen" im Devon des Rheinischen Schiefergebirges sind bekanntlich keine Flöze, sondern nur dünne Brandschieferlagen mit 40-50% Asche und darüber. Oft sind es auch nur kohlige Schiefer, wie z.B. die Haliseritenschiefer des tieferen Unterdevons. Ihre dünnen Vitritlagen (< 0,1 mm, vgl. Taf. 5, Bild 5) entsprechen den Sprossen von Taeniocrada decheniana, einer primitiven Gefäßpflanze, die tangartig im Wasser flutete. Kohlenreichere Lagen finden sich besonders häufig im höchsten Unterkoblenz der Eifel, wo sie bei Neroth, Neunkirchen und andernorts zu bergbaulichen Untersuchungsarbeiten Anlaß gegeben haben. Gelegentlich ist, wie z. B. bei Münstereifel, ein Wurzelboden von einigen cm Dicke nachweisbar. Er zeigt, daß nicht alle Pflanzenreste der Brandschiefer zusammengeschwemmt wurden, sondern daß wenigstens eine Pflanzengeneration hier auch wurzelte. Die Kohlenlagen in den Brandschiefern bzw. die einzelnen inkohlten Pflanzenreste sind höchstens 0,2-0,5 mm dick. Das würde, selbst bei Annahme eines Setzungsverhältnisses von der frischen Pflanze zur Kohle von 10:1 bis 20:1, nur einer Stengeldicke von 2 bis 10 mm entsprechen. Es müssen hier also sehr zartwüchsige Pflanzen eingebettet worden sein. Die vielen Kutikulen, die man in den Anschliffen beobachtet (vgl. Taf. 4, Bild 2, 4, 5, und Taf. 5, Bild 1, 2) sind keine Blattoberhäute, sondern stammen aus der Epidermis von Telomen - jener Sprossen der primitiven Unterdevonpflanzen, aus denen sich erst später Stengel und Blätter differenzierten. Da die Kutikulen relativ dick sind, ist anzunehmen, daß sie zu Pflanzen gehörten, die auf dem Lande wuchsen, vielleicht zu dem etwa 1/2 m hohen bärlappartigen Drepanophycus oder zu Psilophyton. - Zwischen Lagen von Telomen, die manchmal noch ein Zellgewebe erkennen lassen, in denen die Lumen mit einem schwach reflektierenden Zellexkret gefüllt sind (s. Taf. 4, Bild 5), finden sich häufig auch Sporen im Ton eingebettet. Sie sind parallel der Schichtung zusammengesunken (s. Taf. 4, Bild 5). Offenbar wurden die Pflanzenrasen oft überschwemmt und mit Schlamm eingedeckt. Der Schwefelkiesreichtum dieser Ablagerungen weist auf saprobische Zersetzungsbedingungen hin.