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Ein geologischer Koks im Saarkarbon

Stach, E.

Kurzfassung

Im Jahre 1938 wurde das schon seit den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts bekannte Intrusivlager des Saarkarbons von P. GUTHÖRL beschrieben. Bei dieser Gelegenheit untersuchte ich damals schon auf Wunsch von Herrn GUTHÖRL die durch das Intrusivgestein umgeänderte Kohle. Es stand uns aber nur eine einzige Kohlenprobe zur Verfügung. Neuerdings sind nun in dieser Intrusivlagerzone neue gute Aufschlüsse aus der Grube St. Ingbert gemacht worden, die eine eingehende petrographische Untersuchung des Instrusivgesteins sowie der kontaktmetamorph veränderten Kohle ermöglichten. Während ERDMANNSDÖRFER das Instrusivgestein, das er jetzt als Kuselit bezeichnet, petrographisch untersucht hat, habe ich vom Standpunkt der Kohlenpetrographie die umgeänderte Kohle des Flözes 7 Süd der Rothellschichten der Grube St. Ingbert genauer bearbeitet. Es wird jetzt fast allgemein angenommen, daß der Inkohlungsgrad eines Flözes vorwiegend durch Erdwärme erhöht werden kann. So hat z. B. K. A. JURASKY sehr einleuchtend nachgewiesen, daß die böhmische Braunkohle durch diathermische Metamorphose veredelt worden ist, und so führen R. und M. TEICHMÜLLER die Inkohlung der Wealdenkohle in der Nähe des Brahmscher Massivs auf die Erhitzung durch Plutone zurück. Das Flöz 7 Süd hat etwa 31% Flüchtige Bestandteile und die kontaktmetamorph veränderte Kohle hat 7% Flüchtige Bestandteile, ein Gehalt, der dem einer anthrazitischen Kohle entspricht. Es lag also auch hier der Gedanke nahe, daß das Instrusivgestein eine Änderung des Inkohlungsgrades hervorgerufen haben könnte. Als wichtigstes Ergebnis sei vorausgenommen, daß dies beim Flöz 7 Süd nicht der Fall ist. Es handelt sich bei der kontaktmetamorph veränderten Kohle nicht um eine stärker inkohlte Kohle, sondern um regelrechten Koks. Allerdings sieht nun dieser "geologische Koks" oder "Naturkoks" anders aus als ein technischer Koks, was leicht verständlich ist. Bei der technischen Verschwelung oder Verkokung können und sollen die sogenannten "Flüchtigen Bestandteile" entweichen und werden aufgefangen. Bei einer Verkokung im Erdinnern können die Flüchtigen Bestandteile nicht oder nur in ganz beschränktem Maße entweichen und müssen im Koks verbleiben.