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Probleme des saarpfälzischen Rotliegenden (Eine Diskussionstagung in Mainz vom 24. bis 27. Okt. 1950)

Falke, H.

Kurzfassung

Im Verlauf der ersten Arbeiten, die das Mainzer Institut vor etwa 2 Jahren im pfälzischen Rotliegenden begonnen hatte, stellte sich eine große Anzahl von Problemen ein. Sie waren keineswegs alle neu. Schon REIS, LEPPLA u. a. hatten sie aufgegriffen. Inzwischen verbesserte Untersuchungsmethoden, vor allem auf dem Gebiet der Sedimentpetrographie, erheischen aber ihre Neubearbeitung unter gleichzeitiger Berücksichtigung sich hieraus ergebender neuer Probleme. Die hiermit verbundenen interessanten und vielseitigen Fragestellungen ließen den Gedanken an eine kleine Diskussionstagung aufkommen unter Teilnahme aller Jener Geologen, die schon einmal im Rotliegenden gearbeitet hatten. Das Ziel war, beiderseits Anregungen zu geben und hierdurch für die begonnenen und kommenden Arbeiten in gewisser Hinsicht richtungsweisend zu sein; ein Wunsch, der - so darf man wohl ohne Übertreibung sagen - durch die Vorträge und unternommenen Exkursionen voll erreicht wurde. Als Rahmen und für eine erweiterte Diskussionsbasis war ein Vortrag zu finden, der besonders zwei Voraussetzungen zu erfüllen hatte. Er mußte ein regional benachbartes Rotliegendgebiet abhandeln, das unter Umständen die Möglichkeit bot, die pfälzische Schichtenfolge vergleichsweise in das dortige Profil einzuhängen. Hierfür mußte es tunlichst lückenlos, am besten durch Bohrungen, erschlossen sein. Ihre eingehende, nach modernen Gesichtspunkten erfolgte Bearbeitung war eine weitere Voraussetzung, da die stratigraphischen Fragen als die schwierigsten, aber grundlegendsten für alle Untersuchungen die Basis der Diskussion zu bilden hatten. Diese Forderungen sind u. a. im Rotliegenden des schweizerischen Tafeljuras gegeben. Neben Oberflächenaufschlüssen ist es vor allem aus 6 Tiefbohrungen bekannt, von denen die vier erstgenannten bis zum Grundgebirge ausgeführt wurden. Weiherfeld (1875) und Wintersingen (1939) erschlossen das Unterrotliegende, Zuzgen 1 und 2 (1939/40) das Oberrotliegende, während man Wallbach (1869/70) und Mumpf (1898) innerhalb ro aufgab, worauf einleitend ihr Bearbeiter (1945) SCHMASSMANN (Liestal [Schweiz]) in seinem Referat "Stratigraphie des Rotliegenden im schweizerischen Tafeljura" hinwies.