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Über die Tektonik am Westrande der Waldböckelheimer Kuppel (Nahebergland)

Ermann, Oskar

Kurzfassung

1. Problemstellung Die Nahemulde wird durch das Schichtgewölbe der Waldböckelheimer Kuppel etwa zwischen Sobernheim-Bockenau und Weinsheim-Mandel in zwei Teilmulden zerlegt, deren Achsen erst ostwärts des Dorfes Mandel wieder zusammenlaufen. Der zentrale Teil der Kuppel besteht aus Unterrotliegenden Gesteinen, und zwar Lebacher und Tholeyer Schichten. Die Umrahmung wird von Oberrotliegendem, z. T. auch vom Melaphyrgrenzlager, gebildet. Die Kuppel ist eingehend von K. W. GEIB (1938) beschrieben worden, danach entstand ihre erste Anlage in der jüngsten Tholeyer Zeit. Die endgültige Ausgestaltung erfuhr sie in der pfälzischen Phase, und die letzten Bewegungen reichen bis in das Altdiluvium. Die Kuppel wurde wohl während der saalischen Phase zwischen dem nordwestlichen Randgebirge und dem Widerlager der Porphyr- bzw. Porphyritmassive im S und SO innerhalb der Nahemulde aufgestaut. Da ihre Begrenzungen im W und SW größtenteils außerhalb des von GEIB bearbeiteten Kartenblattes Waldböckelheim liegen, wurden sie bei der damaligen Kartierung nicht ganz erfaßt. Im folgenden wird nun der Versuch unternommen, die tektonischen Verhältnisse in jenen Abschnitten darzustellen und die bei der Aufnahme gewonnenen Ergebnisse, insbesonders aber die Kluft- und Harnischrosen, auch nach großtektonischen Gesichtspunkten auszuwerten. Hierbei ist sich der Verfasser durchaus bewußt, daß die in dem kleinen Gebiete durchgeführten Untersuchungen nur örtliche Verhältnisse zu klären vermögen. Ihre Auswertung für den Gesamtbauplan dürfte erst nach Abschluß ähnlicher, z. T. zur Zeit laufender Arbeiten in dem weiteren Nahegebiet möglich sein. Das Untersuchungsgebiet umfaßt Teile der Kartenblätter Sobernheim, Meisenheim, Pferdsfeld und Waldböckelheim. Die Kluftaufnahme wurde in einer etwa 2-4 km breiten Zone längs des Westrandes der Waldböckelheimer Kuppel auf einer Längserstreckung von etwa 8 km durchgeführt (vom Münchwald bis zur Überquerung des Grundbaches südlich von Staudernheim bzw. bis zur Linie Abtweiler-Bärweiler). Nach Osten zu wurde insbesondere das Gebiet zwischen Sobernheim und Staudernheim aufgenommen.