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Die Mineralquellen des Saarlandes

Semmler, W.

Kurzfassung

Über die Mineralquellen des Saarlandes und des benachbarten Lothringens ist bisher in der geologischen Literatur nur eine zusammenfassende Darstellung vorhanden. VAN WERWECKE hat 1906 in den Erläuterungen zu Blatt Saarbrücken der Geologischen Übersichtskarte von Elsaß-Lothringen und den angrenzenden Gebieten in einem Abschnitt "Mineralquellen" einen Hinweis auf die Vielzahl der hier vorkommenden, durch ihren hohen Salzgehalt ausgezeichneten Wässer gegeben. Er begnügt sich aber im wesentlichen mit einer Aufzählung derselben und mit der Wiedergabe der Analysen. Dadurch bin ich aber in der Lage, nunmehr eine zusammenfassende Abhandlung über die Mineralquellen dieses Gebietes zu schreiben und kann zu diesen bereits von VAN WERWECKE erwähnten die neu entdeckten und erschlossenen hinzufügen. Die Arbeit von VAN WERWECKE ist um so wertvoller, als sie uns bis heute noch über eine Anzahl Quellen die einzigen authentischen Nachrichten erhalten hat. Für die Entstehung der Mineralquellen und ihre Herkunft sind die geologischen Verhältnisse wichtig. Daher sei im folgenden darauf eingegangen. I. Geologische Verhältnisse Die Abb. 1 zeigt eine geologische Karte des Saarlandes und des benachbarten Lothringens. Man erkennt im Norden das Devon, aus dem sich vorwiegend der Hunsrück aufbaut, bis an die Saarschleife bei Mettlach reichend. Dann schließt sich südlich die Prims-Nahe-Mulde an, die den Raum des Rotliegenden ausmacht. In der Karte ist der Vulkanismus nicht besonders dargestellt. Die Merziger Triasmulde, die wie ein Sporn in das Rotliegende hinein vorstößt, weitet sich nach Südwesten zu der Triasablagerung auf dem Gau und nach Lothringen links der Saar. Südlich folgt nun der Lothringer Sattel, der zwischen Busendorf und St. Avold sich erstreckt. Östlich der Saar und nach Süden zu an die Rotliegendmulde anschließend erhebt sich der Karbonsattel. Ihm lagern sich nach Südosten zu die Schichten des Nordflügels der Pfälzer Mulde auf, deren Muldenlinie etwa bei Saargemünd-Habkirchen durchstreicht. Das ist im großen der Bau dieses Gebietes in geologischer Hinsicht.