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Beitrag zur Kenntnis der Sporomorphenflora im Unter- und Mitteldevon

Thomson, Paul W.

Kurzfassung

1. Grundsätzliches zur Bewertung fossiler Sporomorphenfloren Während in klastischen Sedimenten eingebettete Pflanzenfossilien uns nur Momentbilder aus der den Sedimentationsraum umgebenden Festlandvegetation zeigen, erlauben die Torflager der Moore, und z. T. auch Seeablagerungen, den kontinuierlichen Wechsel von Pflanzenvereinen festzustellen. Hieraus ergeben sich unter Umständen auch wertvolle Rückschlüsse über Veränderungen des Klimas. Die Kohlenlager sind nun mit geringen Ausnahmen nichts anderes als fossile Torflager. In mächtigen Kohlenflözen, wie sie z. B. das Hauptflöz der Rheinischen Braunkohle darstellt, hat die Natur unschätzbare Dokumente über die Veränderung der Vegetation während einer großen Zeitspanne hinterlassen. Neben den Überresten einer autochthonen Torfbodenvegetation kann auch der fossile Pollen erkannt und bestimmt werden, der zu einem großen Teil (oft vorwiegend) aus den auf trockenem Boden wurzelnden Wäldern stammt. Diese Sporomorphenflora gibt uns Kunde über die Zusammensetzung der Vegetation trockener Räume, von der an Ort und Stelle nichts erhalten worden ist. Trockentorfbildungen von nennenswerten Ausmaßen gibt es nicht. Über die Deutung einer fossilen Sporomorphenflora (Pollen- und Sporenflora) ist bereits viel geschrieben worden. Die Zusammensetzung der den Sedimentationsraum umgebenden Wälder spiegelt sich in der Sporomorphengesellschaft nur mit sehr großen Verzerrungen wider. Die meisten Insektenblütler der weiterliegenden Gebiete können nicht erfaßt werden. Auch bei den Windblütlern ist die Pollenproduktion eine mengenmäßig sehr verschiedene. Sehr zartwandige Exinen, wie sie im Pollen einiger Arten auftreten, erhalten sich oft nur unter besonders günstigen Bedingungen. Die Beschäftigung mit der fossilen Sporomorphenflora wird nun von vielen Arbeitern auf diesem Gebiet weitgehend zu einem selbständigen Wissenszweig gemacht. Dieser Weg ist ein sehr gefährlicher. Nur in dem Zusammenhang mit der gesamten Vegetationsforschung und Phytopaläontologie und auch mit der Untersuchung des betreffenden Sedimentes und seiner Genese ist eine fossile Sporomorphengesellschaft zu deuten.