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Zum erdgeschichtlichen Bild des Keratophyrvulkanismus im Sauerland

Rippel, Georg

Kurzfassung

Profile aus dem Bereich verschiedener Horizonte der Lennekeratophyre ergaben die Grundlage für Verbreitungskarten der einzelnen Horizonte. Dargestellt wurden Mächtigkeit und Lithofazies. Die Untersuchungen erstreckten sich im einzelnen auf die Keratophyr- bzw. Tuffhorizonte 3-6, von den Rimmertschichten bis zur Unterdevon/Mitteldevongrenze. Der tk3 des Ebbesattels hält sich an das Vorkommen der gröbsten Konglomerate in den Rimmertschichten dieser Gegend. Bei Kirchhundem lieferten die groben Quarzkeratophyre im Rimmertquarzit den einzigen sicheren Hinweis einer zum Teil intrusiven Natur dieser Gesteine. Sie haben die gleiche Ausbildung wie der Hauptkeratophyr K4. Ein 30-50 m mächtiges Quarzitband trennt die beiden. Für den K4 verbleiben 300 m Mächtigkeit. Das weite Gebiet seiner Ausbildung als Felsokeratophyr stellt ein Areal vieler kleiner Ergüsse dar. Die Lockerprodukte wurden weiter verbreitet. Es ist anzunehmen, daß sie auch auf der Nümbrechter Schwelle abgelagert wurden, da sich in ihrer Nähe besonders mächtige Tuffitlager befinden. Diese mit Sediment durchsetzten Tuffe bilden den Bereich der weitesten Verbreitung. Hauptkeratophyr und Bilsteinhorizont zeigen in ihrer Lithofazies, daß sie primär weiter nach E reichten. Das Jüngste Eruptivglied an der Unterdevon/Mitteldevongrenze löst sich bei genauer Betrachtung in einzelne Tuff decken auf. Paläontologisch gelang es bisher nicht, sie zu trennen, da die Mächtigkeiten der vorliegenden Beckenfazies zu groß sind im Vergleich zur zeitlichen Faunenänderung. Durch genaues Verfolgen einer jeden Lage über die noch nicht aufgenommenen Blätter wird wohl eine Klärung möglich sein. Auf Blatt Schmallenberg wurde eine Spezialkartierung des Sattels von Milchenbach angefertigt. Die eingebrachten Faunen bestätigen die von HENKE und W. E. SCHMIDT gegebene Einstufung. Dem Hauptkeratophyr entspricht im Harz der Tuff unter den Giengelsbergschichten im Kahlebergsandstein. Zum tk6 ließen sich Äquivalente im Profil am Schalker Teich bei Festenburg durch neue Aufschlüsse nachweisen.