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Die Wittlicher Rotliegend-Senke

Kopp, Karl-Otto

Kurzfassung

1. Die im Anschluß an die varistische Gebirgsbildung auftretenden intramontanen Senken sind an die Grenzen zweier Gesteinskomplexe gebunden, "die sich bei der varistischen Faltung in bezug auf Faltbarkeit verschieden verhalten haben". Diese von A. BORN (1921, S. 553) aufgestellte Regel bestätigt sich im vorliegenden Gebiet insofern, als nördlich und südlich der Wittlicher Senke verschiedenartige Gesteine und damit verschiedene Faltenbilder auftreten. Die abwechselnd aus Tonschiefern und starreren Grauwacken bestehende Schichtfolge der Eifel reagierte auf Zusammenschub durch Biegefaltung, während die einförmigen Hunsrückschiefer vermöge ihrer Plastizität lediglich scherende Ausweichbewegungen vollführten. Die Morphologie der Wittlicher Senke wird gekennzeichnet durch eine wannenförmige Trogfläche, welche 150-200 m tiefer als die Eifelhochfläche liegt. Ihre Entstehung wurde durch Gesteinsunterschiede und tektonische Bewegungen begünstigt. Sie ist begrifflich zu unterscheiden von den durch R. STICKEL (1927) innerhalb des Devons kartierten PHILIPPSONschen Trogflächen, mit denen sie lediglich die fluviatile Entstehung gemeinsam hat. H. LOUIS spricht ihr neuerdings ein oberoligozänes Alter zu. Die Wittlicher Senke ist eine ausgesprochene Ausräumungslandschaft und als solche mit Beispielen aus dem oberdeutschen Tertiärhügelland vergleichbar. Die Flüsse Lieser und Salm entwässern unabhängig von der Wittlicher Trogfläche. Die großen Trockentäler von Maring-Noviand, Osann und Platten sind in der Mittelterrassenzeit von der Mosel geschaffen worden: diese Auffassung B. DIETRICHS (1910) konnte mit neuen Argumenten (Korngrößen, Diagonalschichtung) belegt werden. Am Ostrand der Luxemburger Triasbucht ist die Entwicklung einer Schichtstufenmorphologie teils verwirklicht, teils durch streichende Störungen behindert worden.