Original paper

Zur Stratigraphie und Tektonik des Karbons und Perms im saar-lothringischen Gebiet

Guthörl, Paul

Kurzfassung

Es wurden Beispiele aus dem westlichen, mittleren und östlichen Teil der karbonischen und permischen Ablagerungen erörtert. Im Bereich der Grube Velsen, als südwestlichster Anlage im Saargebiet, wird das Westfeld durch eine Anzahl von Aus- und Vorrichtungsbetrieben für den späteren Abbau vorbereitet. Dieser Feldesteil ist von einigen größeren Sprüngen durchsetzt. Es handelt sich dabei um die Sprünge 1 bis 4 -West- mit seigeren Verwurfshöhen bis fast 400 m. Durch planmäßig ausgeführte geologisch-paläontologische Untersuchungen an Ort und Stelle konnten die Lagerungsverhältnisse einwandfrei geklärt werden. In einem Aufschluß (Querschlag 3 a -West- 4. Sohle) wurde innerhalb des Saarkarbons erstmalig in normaler Lagerung der Horizont mit Carbonita fabulina nachgewiesen. Das Gestein besteht aus einem fast schwarzen, feinkörnigen, schwachbituminösen Schieferton. Zum ersten Male überhaupt wurde dieser Horizont, der rund 150 m im Hangenden des Tonsteins 4 (Westfal C, Sulzbacher Schichten) liegt, von PRUVOST in der Grube Ste. Fontaine in Lothringen festgestellt. Weitere Untersuchungen sollen zeigen, ob er auch im mittleren und östlichen Revier vorhanden ist. Sein Vorhandensein in der Grube Velsen gab einen guten Fingerzeig, die Lage des Tonsteins 4 konstruktiv zu ermitteln. Er wurde auch tatsächlich ungefähr an der vermuteten Stelle mit fast schwarzer Farbe und einem relativ hohen P2O5-Gehalt angetroffen. Dadurch konnte die seigere Verwurfshöhe des Sprunges 4, -West- auf 180-200 m veranschlagt werden. In einem anderen Aufschluß ließ sich durch das Vorkommen des Tonsteins 3 nachweisen, daß der Sprung 2 -West- in 2 Phasen erfolgte, die eine mit einer seigeren Verwurfshöhe von 200, die andere mit einer solchen von 120 m. Im Mittelfeld sind es die Aufschlüsse der Grube St. Ingbert, die in den letzten Jahren manches Neue brachten, insbesondere hinsichtlich des Vorkommens und der Ausbildung der Tonsteine 4, 5 und 6 und einem dünnen Tonsteinbänkchen im Horizont des Flözes 2 -Süd- der Rothell-Schichten. Das Intrusivlager im Flöz 7 -Süd- wurde vor 8 Jahren in der 6. Sohle durch den Hauptquerschlag neu erschlossen und gestattete auf Grund recht guten Gesteinsmaterials spezielle Untersuchungen petrographischer und kohlenpetrographischer Art.