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Probleme der Stratigraphie des Unteren Mitteldevons

Hotz, Ernst Eberhard

Kurzfassung

1. Die Gliederung der Schichten in den Eifel-Mulden stößt auf erhebliche Schwierigkeiten: Die Fauna ist in den meisten Fällen in ihrer vertikalen Reichweite nicht so genau bekannt, daß an sie eine eindeutige, stratigraphische Aussage geknüpft werden kann. Auch sind die Faziesgegensätze schon im Bereich einer Mulde oft groß - umgekehrt aber auch Sedimente in verschiedenen stratigraphischen Niveaus einander sehr ähnlich -, so daß eine petrographische Gliederung von vornherein zum Scheitern verurteilt zu sein scheint. Ein Hauptproblem lautet also: Wie ist diesen Schwierigkeiten am besten zu begegnen, so daß sowohl stratigraphische Einheiten wie "kartiermäßig" erfaßbare Gesteinspakete erkannt werden können? Eine Möglichkeit wäre die Auffindung sog. Leithorizonte. Diese müßten - wenn auch vielleicht nur geringmächtig - faunistisch und petrographisch wohl gekennzeichnet sein. Dadurch könnten sie einen zeitlichen Strich markieren, der geologisch auch über größere Räume gut erfaßbar wäre. Ob und wieweit eine Gliederung im Unteren Mitteldevon der Eifel auf diese Weise durchgeführt werden kann, soll im Raume der Hillesheimer und Ahrdorfer Mulde an den Nohner Schichten des Unteren Mitteldevons gezeigt werden. 2. Die Nohner Schichten - ein bereits 1883 von E. SCHULZ bekanntgemachtes Schichtglied - sind in zahlreichen Eifelmulden ausgeschieden worden und infolge ihrer petrographischen Mannigfaltigkeit zur Betrachtung obiger Frage gut geeignet. Sie stehen in der Hillesheimer und Ahrdorfer Mulde zwischen den Laucher Schichten im Liegenden und den Ahrdorfer Schichten im Hangenden. Drei große Gesteinspakete lassen sich normalerweise in ihnen unterscheiden: im untersten Teil liegen Kalke und Mergel, darüber folgen größere Stromatoporen-Riff-Bildungen und schließlich darüber Kalksandsteine, in die sich im obersten Teil Krinoidenkalke einschalten.