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Exkursion in die Prümer Mulde (Eifel) am 9. und 10. September 1951

Richter, Rudolf

Kurzfassung

Der Bericht soll, wunschgemäß in der ausführlichen Form von Band 89, auf ein bisher wenig besuchtes Gebiet aufmerksam machen, das sich zu mannigfaltigen Exkursionen eignet. Für Kartierkurse bietet es neben beliebig schwierigen Aufgaben auch solche, die sich in kurzer Zeit mit befriedigender Eindeutigkeit lösen lassen. A. Gezeigte Erscheinungen und besprochene Fragen 1. Stratigraphie Vorbemerkung: "Ems-Stufe" und "Eifel-Stufe" als internationale Namen. Nach den gewohnten Mißverständnissen wurde, auf Wunsch besonders von Herrn WOLFGANG SCHMIDT (Landesamt Krefeld), das Verständnis hergestellt durch die Verwendung von "Ems-Stufe" (statt "Koblenz-Stufe") und von "Eifel-Stufe" (statt "Couvin-Stufe"). Man schloß sich also im ersten Fall den Gründen von E. ASSELBERGHS und RUD. & E. RICHTER an [Senckenbergiana 31 (1950), S. 273], im zweiten Fall aber der Befürwortung von HERM. SCHMIDT [ebenda 32 (1951), S. 181]. Bei den Abkürzungen ("das Ems", "das Eifel") trat die Frage auf, die E. VOIGT [Mitt. Geol. Staatsinstitut Hamburg 20 (1951), Taf. 1] bei dem Zusammentreffen einer stratigraphischen Einheit ("Maastricht") mit einem geographischen Homonym aufgeworfen hat. Gewiß darf man in einiger Entfernung von den betreffenden Städten unbesorgt von "dem Ems" und "dem Givet" sprechen. Aber "die Eifel", als der Name des klassischen Landes, würde zu oft mit "dem Eifel" zusammenstoßen. In allen solchen Fällen läßt sich die Unterscheidung durch einen Zusatz herstellen: also "Eifel-Stufe" oder, wo man sich auf den Rang in der stratigraphischen Hierarchie nicht festlegen will: "Eifel-Zeit", "Nohn-Zeit". Oft ist aber ein einfaches Substantiv nötig; einerseits um neutral sowohl die Zeiteinheit (time unit) wie die konkrete Ablagerung (rock unit) bezeichnen zu können, anderseits um ein bequemeres Adjektiv abzuleiten als "untereifelstufig" oder "untereifelzeitlich". Man braucht dazu eine feste Substantiv-Endung. Die Analogie mit "Kambrium", abgekürzt aus "Cambrianum" (das "Kambrische" in unserer alten Literatur), und mit "kambrisch" bietet für den allgemeinen Gebrauch die Endungen "-ium" und "-isch". Daraus ergeben sich von selber die Bildungen "Unter-Emsium", "Unter-Nohnium", "Unter-Eiflium", "Unter-Givetium", "Maastrichtium" und, ebenso handlich, "unteremsisch", "unternohnisch", "untereiflisch", "maastrichtisch"; ferner auch "Virgulium" und "virgulisch". Sprachlich ist "eiflisch" nicht härter als das geographische Adjektiv "eiflerisch" oder viele gebräuchliche Bezeichnungen der Stratigraphie.