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Über den Mineralbestand und die Entstehung des feuerfesten Schiefertons von Neurode in Schlesien

Radczewski, O. E.

Kurzfassung

Der Schieferton von Neurode in Schlesien ist durch seine hohe Feuerfestigkeit (Segerkegel 35-37) ausgezeichnet, die auf einen hohen Tonerdegehalt bei sehr niedrigem Eisenwert zurückzurühren ist. Auf Grund der geologischen Untersuchungen vor allem von v. BUBNOFF (1927, 1931, 1932) und seiner petrographischen Bearbeitung von E. KIJAK (1933) ist er schon lange als Produkt der Karbonverwitterung des Gabbro von Neurode erkannt worden, unklar aber war seine mineralische Zusammensetzung geblieben, die nicht nur für seine Eigenschaften, sondern auch für die Frage nach seiner Entstehung wichtig ist. Zur Klärung dieser mineralischen Zusammensetzung wurden verschiedene sedimentpetrographische Methoden angewandt. Chemische Analyse und Lichtmikroskop reichen zur Erlangung eindeutiger Ergebnisse nicht aus, daher wurde vor allem röntgenographisch nach dem DEBYE-SCHERRER-Verfahren und elektronenoptisch gearbeitet. Da die äußere Form und Gestalt der Minerale nicht immer eindeutig und charakteristisch ist, muß zu ihrer Bestimmung mit dem Elektronenmikroskop auch der Gitterbau herangezogen und die Elektronenmikroskopie durch Elektronenbeugung ergänzt werden. Es wurde die Doppelblendenmethode nach KÖNIG (1946) angewandt, bei der gleichzeitig je ein Präparat der Untersuchungssubstanz und einer Eichsubstanz bestrahlt und die beiden Beugungsdiagramme nebeneinander auf derselben Platte aufgenommen werden. Bei der Auswertung werden die Interferenzringe auf 0,05 mm genau vermessen, die dazugehörigen Netzebenenabstände berechnet und mit den aus entsprechenden Röntgenaufnahmen gewonnenen Werten verglichen. Als Eichsubstanz diente Lithiumfluorid. Die Untersuchungen wurden an Proben des hochwertigen Tons aus dem Südfeld der Rubengrube durchgeführt, von denen besonders reine, von sandigen, kalkigen oder eisenhaltigen Einlagerungen freie Stücke aus dem 3. Flöz, 3. Sohle, ausgewählt wurden. Sie wurden aufbereitet durch Kochen des vorsichtig zerkleinerten Materials in Schwerbenzin und dann in Wasser und anschließende Behandlung mit Wasserstoffsuperoxyd, wodurch die organische Kittsubstanz oxydiert und gelöst wird und der Ton in ein helles, fast weißes Pulver zerfällt.