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Einfluß geringer Tongehalte auf Eigenschaften feinklastischer Lockergesteine

Ackermann, Ernst

Kurzfassung

Es ist allgemein bekannt, wie selten sich in der Natur völlig reine Ablagerungen gebildet haben. Ich erinnere nur an die Schwierigkeit, Sande, Quarzite oder Kaoline zu finden, welche frei von Beimengungen sind. In der Regel sind die klastischen Lockergesteine hinsichtlich ihrer Substanz und Korngrößenverteilung so wechselnd und "ungleichkörnig" zusammengesetzt, daß man diese Tatsachen in der Bezeichnung überhaupt nicht zum Ausdruck bringt, sondern einfach von Kies, Sand oder Ton spricht. Lediglich für die sehr auffälligen Sand-Ton- und Ton-Kalk-Gemenge sind Bezeichnungen wie Lehm und Mergel gebräuchlich. Die meisten Vorschläge zur Benennung von Lockergesteinen messen den geringprozentigen Kornfraktionen keine wesentliche Bedeutung bei. Gleichwohl ist beispielsweise bei Feinsanden zu beobachten, daß schon geringe Gehalte der Kornfraktion kleiner als 0,02 mm, - insbesondere deren Gehalt an Tonmineralien - einige Eigenschaften wesentlich verändern. Für die Wasserdurchlässigkeit ergeben sich nach Versuchen von GENNERICH folgende Änderungen (Abb. 1). Im reinen Sand beträgt die Sickermenge je Zeiteinheit 135,7. Schon bei geringer Lehmbeimischung verringert sie sich außerordentlich schnell, so daß sie bei 10% Lehmgehalt bereits auf 35,85 abgesunken ist. Bei weiterer Lehmzumischung nimmt die Durchlässigkeit langsamer ab, so daß sie bei 20% Lehmgehalt auf 9,74 und bei 30% Lehmgehalt auf 1,03 absinkt.