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Über eine Klassifizierung der Bodenarten für bautechnische Zwecke

Dücker, A.

Kurzfassung

Eine Klassifizierung der Bodenarten für bautechnische Zwecke, die die Voraussetzung für eine einheitliche Baugrundkartierung darstellt, ist in Deutschland bislang nicht vorgenommen worden. Durch die Einführung einer Kornsymbolformel, die sich aus den einzelnen Bodenkonstituenten, wie Kies, Sand, Schluff und Ton, zusammensetzt, ist es möglich, die verschiedenen Bodenarten voneinander abzugrenzen. Auf diese Weise kommt man zu einem Grundgerüst einer Einteilung der Bodenarten in 10 Klassen, die noch durch die Bodenklassen der organischen Schluffe und Tone, der Torfe und der Steine ergänzt werden. Durch das Hinzufügen des Begriffes der Zusammendrückbarkeit zu der Korn-Symbolformel läßt sich eine Beurteilung der einzelnen Klassen für bautechnische Zwecke erreichen. Wie die Erfahrungen gezeigt haben, ist dabei die Zusammendrückung eines Bodens ungefähr proportional der Fließgrenze. Somit läßt sich durch die Ermittlung der plastischen Eigenschaften eines Bodens, die durch einfache Feldbestimmungsverfahren möglich ist, eine weitere Untergliederung der Bodenarten in stark zusammendrückbare und weniger stark zusammendrückbare Bodenklassen erzielen. Aus der Lage eines Bodens innerhalb des Plastizitätsdiagramms ergeben sich wichtige bautechnische Eigenschaften der Bodenklasse. So zeigen z. B. Bodenarten mit gleicher Fließgrenze, aber mit zunehmendem Plastizitätsindex zwar ungefähr die gleiche Zusammendrückbarkeit, aber eine abnehmende Durchlässigkeit und eine zunehmende Festigkeit im trockenen Zustand. Umgekehrt zeigen Bodenarten mit gleichem Plastizitätsindex, aber mit zunehmender Fließgrenze eine zunehmende Zusammendrückbarkeit, eine zunehmende Durchlässigkeit und eine abnehmende Trockenfestigkeit. Eine vor kurzem gebildete Kommission in der Forschungsgesellschaft für das Straßenwesen, die sich vornehmlich aus Mitarbeitern der einzelnen Erdbaulaboratorien zusammensetzt, hat das Ziel, das von dem Vortragenden entwickelte Grundgerüst zu einer einheitlichen Bodenklassifizierung zu entwickeln, die die Voraussetzung für eine einheitliche Baugrundkartierung ist.