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Zur Verziegelbarkeit lettiger Fanglomerate des Oberen Zechsteins

Sobotha, Ernst

Kurzfassung

Im Randgebiet der Frankenberger Bucht liegen alte Ziegeleien im Bereich lettiger Fanglomerate des tiefen Oberen Zechsteins. Das geröllreiche Ausgehende dieser Schichten läßt zunächst keinerlei Vermutung aufkommen, daß hier verziegelbare Gesteine vorliegen. Die Verarbeitung oberflächennaher Zersatzmassen ergibt aber einen hochporösen Hintermauerungsstein, dessen scheinbare Porosität 14% beträgt. Weniger zersetzte Fanglomerate vermochten die Kleinbetriebe zusammen mit auflagernden kleinen Lehm vorkommen noch mitzuverarbeiten. Einem größeren Betriebe (20 000 Steine/Tag) erstanden jedoch beträchtliche Schwierigkeiten, als eine örtlich größere Lehmmächtigkeit abgebaut war und der Bagger teilweise nur in unzersetztem Fanglomerat arbeitete, dessen Oberkante unter wechselnd mächtigen Zersatzmassen und Resten einer Lehmdecke sehr unregelmäßig verlief. In dem festen Gestein rissen nicht nur die Ketten, so daß gebohrt und gesprengt werden mußte, das Rohmaterial für die Steine verschlechterte sich derart, daß Betriebsstörungen eintraten und die Steine keine Form mehr hielten. Einen Überblick über die Eigenschaften des Rohmaterials ergab eine Methode, die ursprünglich für Korngrößenuntersuchungen im Buntsandstein und Überprüfung von Sanden bestimmt war: Eine Probe wurde gekocht, anschließend wurde durch Sedimentationsanalyse die Korngrößenbestimmung durchgeführt. Sodann wurden die Korngrößenanteile in 1/10 Kreisteilen graphisch dargestellt. Vergleichsweise wurden Rohlinge, Letten und Lehme anderer Ziegeleien untersucht und mit den Eigenschaften der jeweilig hergestellten Steine verglichen. Es ergab sich, daß Korngrößenbestimmungen genügten, über verlangte Materialeigenheiten auszusagen.