Original paper

Steine und Erden in Schleswig-Holstein

Habetha, Ernst

Kurzfassung

Das nördlichste Grenzland der Bundesrepublik ist arm an Bodenschätzen, die einer Industrie die Grundlage geben könnten. In gewissem Maße trifft dies auch auf die Vorkommen von "Steinen und Erden" zu. Die Bemühungen der Wirtschaft, die von der Landesanstalt für Angewandte Geologie in Kiel unterstützt wurden, haben auch hierin noch nicht zu einer Befriedigung des Bedarfes aus den Bodenschätzen des Landes führen können. Trotzdem ist eine Aufwärtsentwicklung in den letzten Jahren in der Steine- und Erdenindustrie des Landes nicht abzuleugnen. Der Untergrund Schleswig-Holsteins ist aus diluvialen und alluvialen Ablagerungen aufgebaut. Einzelne Schollen älterer Gesteine sind jedoch ebenso wichtig wie die Stellen, an denen der vordiluviale Untergrund an die Oberfläche herantritt. Der Anhydrit des Segeberger Salzhorstes wurde früher als Fundamentstein abgebaut. Heute ist Interesse für die Gewinnung von Gips und Anhydrit vorhanden. Neue Schürfe in der Nähe von Segeberg sowie eine geophysikalische Untersuchung lassen relativ günstige Abbaumöglichkeiten erhoffen. Die aus dem Abbau von Blockpackungen in den Kreisen Flensburg und Schleswig anfallenden nordischen Geschiebe können den Bedarf an Steinen nicht decken. Außerdem liegen die Vorkommen sehr weit vom Hauptverbraucher, der Befestigung der Westküste, dem Straßenausbau zwischen den Großstädten usw., entfernt. Ein Abbau der Strandgerölle kommt wegen der nachteiligen Folgen für die Küstensicherung nicht in Betracht. Die Steinfischerei, die besonders in Heiligenhafen zu Hause ist, ist infolge der hohen Gestehungskosten (Kraftstoffpreise usw.) heute fast völlig zum Erliegen gekommen. Nur die geringen Mengen an Kugelflinten dürfen am Strande der Ostküste, besonders auf Fehmarn, gewonnen werden. Leider läßt sich die Ausbeute nicht steigern, obwohl Aufträge für das Mehrfache der gewinnbaren Menge vorliegen. Auch gewöhnlicher Flint soll in Zukunft gewonnen werden, wobei in jedem Fall der Schutz der Küste gewahrt werden muß.