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Prospektionsarbeiten in der Steinindustrie

Teuscher, E. O.

Kurzfassung

Regelmäßig methodisch angesetzte Untersuchungsarbeiten, die nicht sogleich einer Vorrichtung zum Abbau oder einem Probebetrieb dienen sollen (welcher teilweise die Aufschlußkosten durch die Produktion hereinbringt), sind im Steinbruchbetrieb nicht sehr verbreitet. Was im Bergbau die Regel ist, kennen wir in der Steinindustrie im wesentlichen nur auf Vorkommen von besonders hochwertigem Material; als Beispiel werden die Arbeiten auf Proterobasvorkommen angeführt. Innerhalb des Lausitzer Granitmassivs mit seinen mehr als 3000 qkm Anschnittfläche waren seit Abschluß der geologischen Spezialkartierung von Sachsen i. M. 1:25 000 mehr als 1500 Lamprophyrvorkommen bekannt, heute sind es rd. 1700 mit allen kleinen einzeln gezählten Gängen. Die chemisch-petrographische Kennzeichnung der Lausitzer Lamprophyre ist durch die Arbeiten J. BERGERS eingehend erfolgt, auf die hier verwiesen wird. Die technische Brauchbarkeit dieser Gesteine als dunkle Rohsteine für die Granitschleifereien hängt vor allem von der Struktur ab, die z. T. abhängig ist auch von geologischen Faktoren. Das beste Material fand sich auf linsenförmigen Körpern von über 20 m Durchmesser von kleinkörnigem Proterobas, bestehend aus basischem Plagioklas, Augit und verschiedenen Erzmineralien (jedoch mit wenig oder keinen Sulfiden!), besonders wenn die Gesteine frei waren von deuterischer Überprägung (Chloritisierung der Augite, Saussuritisierung der Plagioklase). Als man. 1935 neue Werksteinbrüche eröffnen wollte, bestand ein größeres öffentliches Interesse nicht nur daran, brauchbare neue Vorkommen dieses knappen Rohstoffs zu finden, sondern auch daran, die bisher in Kauf genommenen großen, aber zum Teil vermeidbaren Schäden durch wieder eingehende Probebetriebe zu verringern. Von über 100 Versuchen, von denen in der Vergangenheit jeder (mit seinen Halden) einen bis mehrere ha Ödland erzeugt hatte, führte noch nicht der zehnte Teil zum Erfolg, d.h. zur Entstehung gesunder Betriebe.