Original paper

Nutzbare Sandsteine und Schiefertone im Wealden von Hannover

Graupner, A.

Kurzfassung

I. Technisch nutzbare Sandsteine aus dem hannoverschen Wealden sind schon seit Jahrhunderten verwendet worden. Von den vielen Fundorten haben aber nur sehr wenige in dauernder Ausbeute gestanden, während die meisten wegen geringerer Güte des Baustoffs bald wieder verlassen wurden; Die erstklassigen Sandsteine treffen wir nur in geringer flächenhafter Verbreitung an, deren Begrenzung ziemlich genau bekannt ist. Die Ursachen dieser Güteänderungen waren aber bisher noch wenig bekannt. Ihnen soll hier weiter nachgegangen werden. Der wichtigste und heute allein noch gebaute Sandstein gehört der Stufe des Hauptwealden-Sandsteins an. Dieses Gestein wird im Osterwald, Nesselberg, Süntel, Deister, in den Bückebergen und im Rehburger Rücken gewonnen. Größere Betriebe, die uns auch technische und chemische Angaben über das Gestein zur Verfügung stellten, liegen im Osterwald, Nesselberg, Obernkirchener und in den Bückebergen (Obernkirchener Sandstein). Diese bauen hauptsächlich den sog. Architekturstein ab, während zahlreiche kleine Gelegenheitsbetriebe an den Rändern der Schaumburger Mulde den sog. Kohle-Sandstein, einen ziemlich festen, dunklen und häufig Kohleflitter führenden Sandstein gleichen Alters, gewinnen. Der Hauptwealden-Sandstein wurde am Nordrande des Pyrmonter Landes in dem flachen Wasserbecken des Schaumburger Sedimentationsraumes abgelagert und nachträglich durch Strömungen oder Küstenversatz umgelagert. Schließlich erfuhr er nach seiner Verfestigung in viel späterer Zeit eine Grundwasser-Durchspülung dort, wo er nahe der Erdoberfläche lag. Diese wechselvolle Geschichte prägt sich auch in den chemischen und technischen Eigenschaften des Sandsteins aus.