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Röntgenographische Tonuntersuchungen mit dem Zählrohrgerät der Firma Philips

v. Engelhardt, W.

Kurzfassung

Das Röntgengerät der Firma Philips, New York, ist für die Untersuchung des Mineralbestandes von Tonen besonders geeignet. Die Arbeitsweise dieser Apparatur ist dadurch gekennzeichnet, daß ein divergentes Röntgenstrahlenbündel mit einem Öffnungswinkel von 1,5° auf das ebene Präparat trifft. Die bei einer bestimmten Winkelstellung des Präparates abgebeugte Röntgenstrahlung wird fokussierend auf dem Fenster eines Geiger-Müller-Zählrohrs vereinigt, das statt des Films zur Registrierung der Intensitäten und zur Intensitätsmessung dient. Wegen der fokussierenden Anordnung kommt man mit einer verhältnismäßig geringen Leistung der Röntgenröhre aus (z. B.: Betriebsdaten der Kupferröhre: 35 kV, 5-6 mA). Die Röhre ist daher nur luftgekühlt. Die Röhrenspannung wird dem Netz entnommen und durch einen Stabilisator konstant gehalten. Die Intensität der abgebeugten Röntgenstrahlung kann direkt durch Zählung der Zählrohrstöße gemessen werden. Diese Messung ist sehr genau, gestattet aber keine kontinuierliche Aufnahme. Für durchgehende Röntgenaufnahmen wird der durch das Zählrohr laufende Strom durch ein Registriergerät aufgezeichnet, während das Präparat und das Zählrohr sich drehen. Insgesamt kann ein Winkelbereich von 0-90° untersucht werden. Die Geschwindigkeit der Registrierung kann zwischen 45 Minuten bis zu 6 Stunden für diesen Winkelbereich variiert werden. Man erhält so Registrierstreifen, auf denen die den einzelnen Mineralen zukommenden Linien aufgezeichnet sind. Die Genauigkeit der Linienlage beträgt bei langsamer Durchbewegung des Präparates für eine Einzelmessung 2,5', bei Mittelung aus 10 Messungen 0,6'. Gegenüber dem normalen Debye-Scherrer-Verfahren mit photographischem Film zeichnet sich die Aufnahmetechnik der Philips-Apparatur durch den geringeren Zeitaufwand und durch größere Genauigkeit aus. Außerdem ist hervorzuheben, daß die diffuse Untergrundstreuung sehr viel geringer ist, insbesondere beobachtet man kaum einen Anstieg der Untergrundintensität gegen den Primärstrahl, so daß die Basis-Interferenzen der Tonminerale besonders gut erkannt werden können. Die Bestimmung des qualitativen Mineralbestandes von Tonen ist deshalb mit diesem Gerät sehr schnell und bequem durchzuführen.