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Exkursion zu den Dolomit-, Kalk- und Gipsvorkommen des Südwestharzes am 22. Mai 1951

Richter-Bernburg, G.

Kurzfassung

Exkursionsweg: Göttingen-Waake-Ebergötzen-Wollbrandshausen-Gieboldehausen-Herzberg-Scharzfeld-Bartolfelde-Scharzfeld (Dolomit-Werk)-Herzberg-Aschenhütte-Osterode (Fuchshalle)-Osterode (Südharzer Gipswerke, Gebr. SCHIMPF)-Badenhausen-Bad Grund-Iberg (Kalkwerk Winterberg der Fa. "Steine & Erden GmbH.")-Gittelde-Osterode-Northeim-Göttingen. Im Stadtgebiet Göttingen: Leinetalgrabenscholle aus Rät und Lias. Mit Eintritt der Herzberger Landstraße in den bewaldeten Hainberg (Straßenkurve) Überschreiten der östlichen Grabenrandstörung (Lias gegen Mittleren Muschelkalk). Straße folgt dem Steilhang des mo (rechts Geophysikalisches Institut). Links Blick in den Leinetalgraben (vom der Schichtkamm des flach ostfallenden Rät). An der freien Straßenkurve Blick nach Norden, links (Ort Nikolausberg), auf Stufenlandschaft des Muschelkalkes: Wellenkalk im steilen Taleinschnitt, mm mit flacher Böschung, mo1 als kleine Steilstufe, mo2 auf dem Plateau. Nach Querung des Tales dasselbe auf rechter Seite bis zum Ort Roringen. - Im gesamten Muschelkalkgebiet zahlreiche Steinbrüche in den Werksteinbänken des Wellenkalkes bzw. im Trochitenkalk (in Göttingen viel zu Hausbauten usw. verwandt). Fahrt über Mittleren und Unteren Muschelkalk (Wald bis Gasthaus Södderich. Östlicher Steilrand der Muschelkalkplatte des Göttinger Waldes (höchste Erhebung im Süden: Mackenröder Spitze). Darunter Röt mit Erdfällen (beiderseits der Straße) über dem so-Gips. - Eintritt in das ausgedehnte Buntsandsteingebiet des weiteren Eichsfeldes. Ebergötzen-Waake: Bausandstein-Zone des sm, flach westwärts einfallend. Klippenbildung, Steinbrüche; gutes kalkfreies Baumaterial, in groben Quadern gewinnbar. Östlich Ebergötzen-Wollbrandshausen: Offene Landschaft, tieferer sm; weite, flache, z. T. abflußlose Senken (südlich der Straße Seeburger See usw.): erdfallartige Ablaugungssenken etwa an Grenze sm/su; Subrosion des hier schon primär geringmächtigen Zechsteinsalzes. Ort Gieboldehausen-Ruhmetal-Rotenberg-Odertal: Im Unteren Buntsandstein herzynische Störung (westwärts bis über Northeim hinausreichend); dadurch bedingt lineare Salzablaugung und gradlinige Senke; darin Odertal mit Niederterrassenschotter 2 km breit. Fahrt nach Herzberg durch "Die Aue", früheres Siebertal mit Niederterrassenfüllung. Höhe rechts: Mittelterrasse. Blick auf den Harz: Geradeaus Siebertal (Sieber-Kulm-Mulde), halb links Ackerzug, halb rechts Tanner Grauwacke mit permischen Porphyrkuppen (Gr. und Kl. Knollen), weiter rechts Odertal mit Bad Lauterberg (Gänge mit wirtschaftlich bedeutender Schwerspatfüllung - Barytwerke ALBERTI - sowie Flußspat, Roteisen, Kupfererzen usw.). - (Fahrt Herzberg-Scharzfeld-Barbis-Bartolfelde; Erläuterung beim Rückweg).