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Bericht über den Verlauf der 103. Hauptversammlung in Trier vom 9. bis 15. September 1951

Author, Anonymous

Kurzfassung

Vortrag von Herrn K. BEYER: "Zur stratigraphischen Neuordnung des obersten Gotlandium in Mittel- und Westeuropa". Diskussion: MICHELS: Es wird auf Graptolithenfunde im Geoldsteintal bei Wiesbaden durch Herrn ROSE hingewiesen. Sie sind durch Herrn MÜNCH, Chemnitz, als nahe verwandt mit Retiolites geinitzianus bestimmt worden. Dies bedeutet, daß, die grauen Phyllite, die von Hermeskeil-Schichten überlagert werden, in das Mittel-Ludlow bis Wenlock eingestuft werden müssen. Da sie früher als Devonbasis angesehen wurden, erhebt sich die Frage, wie nun die bunten Schiefer der Hermeskeil-Schichten einzustufen sind. - SCHRIEL: Hinweis auf die Verhältnisse am Ebbe-Sattel und bei Olpe. Die bunten Schichten von Oignig usw. sind nicht mehr ins Devon zu stellen. Hinweis auf die Flora von Warmbach. - Wolfgang SCHMIDT: Hinweis auf die Arbeiten von SHIRLEY. Die Schichten von Hüinghausen, das Liévin und das Podolien sind untereinander eng verwandt. Alle drei haben aber Post-Ludlow-Alter, erst recht auch das frühere Gédinne. Demnach ist eine Neueinstufung des gesamten Gédinne in das Silur nicht möglich. Auch die Trilobiten-Fauna dieser Schichten spricht eher für Devonals Silur-Alter. - Rudolf RICHTER stellt fest, daß nunmehr wohl die Gleichsetzung von Ober-Ludlow = Mondrepuits = Verse-Schichten = Hüinghäuser Schichten gesichert ist. Doch ist die von DAHMER betonte Einheitlichkeit der Faunen nicht als völlig gesichert anzusehen, da sie auf oft langlebige Brachiopoden gegründet ist. Durch die noch laufende Bearbeitung der Trilobiten ist vielleicht eine bessere Feingliederung möglich. Weitere Arbeiten hierzu sind notwendig. Wesentlich ist die Konnektierung möglichst vieler ausländischer Profile. - Schlußwort BEYER: Infolge verschiedener Aufsammlungsmethoden ist die Bearbeitung der Hüinghäuser Schichten nicht gleichwertig mit derjenigen der Köbbinghäuser Schichten. Für eine genaue Festlegung muß die Grenze Dilur-Devon in einer durchlaufend marinen Serie erfaßt werden. Das polnische Mittelgebirge zeigt ebenfalls erstaunliche Übereinstimmung der Faunenfolge mit dem Sauerland. Vortrag von Herrn KLÖSS: "Beobachtungen an klastischen Sedimenten". Diskussion: Walter SCHMIDT, Wien: Die von Herrn KLÖSS angestrebte Klassifizierung ist notwendig. Um eine Doppelarbeit zu vermeiden und eine Vereinheitlichung herbeizuführen, wird auf die Arbeiten von STINY hingewiesen. - PILGER: Die Bearbeitung der Siegener Schichten wird durch ihre Mächtigkeit und Gleichförmigkeit sehr erschwert. Deshalb ist eine genaue Durcharbeitung auf petrographischer und fazieller Basis notwendig, da dies ein Baustein zu einer Feingliederung sein könnte. - KARRENBERG: Außer der petrographischen Kennzeichnung und Bearbeitung sind zusätzlich chemische Analysen von großem Wert. Solche Analysen zeigten in letzter Zeit in Grauwacken des Ruhrgebietes nicht vermutete erhebliche Kalkgehalte.