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Der Einfluß der Fazies der Flözablagerung auf die Eigenschaften der Kohle

Petrascheck, Wilhelm

Kurzfassung

Wenn die Einflüsse studiert werden, die in der Erde zur Entstehung der Kohle aus dem Torf führen, so stehen Druck und Temperatur im Vordergrund. Das geologische Milieu läßt meist eine Entscheidung zwischen diesen beiden Faktoren zu. Nur wenn große Tiefen in Betracht kommen, kann der Unterschied Schwierigkeiten machen. Exsudate, allerdings ungleicher Art, können sich da und dort bilden. Aber der gerichtete Druck kann ein Hilfsmittel bieten, namentlich dann, wenn lichtdurchlässige Kohlen Doppelbrechung zeigen, die zur Neigung der Schichten in Beziehung steht. Deformierung der pflanzlichen Strukturen kann unter den verschiedensten Verhältnissen, schon im Torf beginnend, zustande kommen. Retinite werden bei der Metamorphose der Kohle optisch anisotrop, wie schon E. HOFFMANN (1930) und K. LEHMANN (1930) erwähnten, gehören aber sonst zu den stabilen Teilen der Kohle, was auch aus Untersuchungen W. SIEGLS (1940) hervorgeht. Es ist weniger leicht, als man glauben sollte, unter dem Mikroskop zu unterscheiden, ob einfacher Belastungsdruck oder tangentialer Faltungsdruck jeweils die Veredelung der Kohle bewirkt hat. Die Erfahrung, je härter das Begleitgestein, um so edler die Kohle (PETRASCHECK & WILSER 1926), verweist auch auf das Gestein, wenn man die Ursache der Veredelung der Kohle ergründen will. Die HILTSche Regel und die lange unbeachtet gebliebene SCHÜRMANNsche Regel haben ihr Gegenstück im Wassergehalt und der Verfestigung des Nebengesteins. Die Statistik schon zeigt (PETRASCHECK 1947), daß die Deckgebirgsdicke nicht allein der Regulator für den Rang der Kohle sein kann, kennt man doch beispielsweise Glanzbraunkohlen mit 500 und mit 3400 m Deckgebirge oder Magerkohlen mit 3000 und mit 6800 m Deckgebirge. Es ist wohlbegründet, wenn R. und M. TEICHMÜLLER (1947) bei der Ruhrkohle eine präorogene und eine synorogene Inkohlung unterscheiden und diese als polymetamorph bezeichnen.