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Geologie und Morphologie der oberen Albtäler im südlichen Schwarzwald (Bernauer u. Menzenschwander Tal)

Strigel, A.

Kurzfassung

Die nördlichen Talanfänge liegen am SE-Rand des Gneismassivs vom Feldberg und Herzogenhorn. Paläozoische Schiefertone und Grauwacken, eine pelitische Flachseeablagerung vermutlich oberdevonischen bis unterkarbonischen Alters, schießen in NW-Richtung mit im Mittel 50° unter nördlich streichenden Gneis des Herzogenhorns ein. (Siehe geologische Skizze Abb. 1 und geol. Profil Tafel 3.) Auf dieser Bewegungsfuge, der wichtigsten des Südschwarzwälder Variszikums, ist die Schieferhülle, das ursprüngliche Hangende des Gneises, unter den Gneis eingeschuppt. Die Fuge diente gleichzeitig als magmatischer Förderweg, auf dem der "Randgranit" (nach HOENES), ein aplitischer sekundär geschieferter Granit, konkordant emporstieg, dabei sowohl am Gneis wie am Schieferrand starke Kontaktwirkungen hervorrufend, insbesondere durch Einsprossung großer Orthoklase ("Porphyroblastengneis", "Metablastenschiefer" nach HOENES). Aus der etwa 3 km breiten Schieferscholle sind die Spieshörner im SE aufgebaut, unter denen weiter nach SE ein ungeregelter Biotitgranit, der "St. Blasier Granit", emporsteigt, so daß die Schieferscholle in Graniten schwimmt. Der Gesteinskomplex: Gneis-Randgranit-Schieferscholle bildet die Fortsetzung des Gesteinszuges, der in gleicher Ausbildung vom Belchen her über Schönau und Utzenfeld im Wiesental und am Nordhang des Prägtales (Sengalenkopf, Giesiboden) nach dem obersten Bernauertal zieht, zunächst in W-E-Richtung, dann von der Wacht (Paß zwischen Präg- und Bernauertal) nach NE. Der Randgranit zeigt vom hinteren Klusenwald, wo er vom Bärhaldegranit abgeschnitten wird, bis zur Krunkelbachmulde (zwischen Herzogenhorn und großem Spieshorn) verhältnismäßig schmalen Ausstrich, verbreitert sich aber dann erheblich am Ecklewald auf der entgegengesetzten Talseite, wo er in einzelnen Kuppen aufragt. Die Einschuppung der Schiefer unter den Gneis gehört der ältesten hier nachweisbaren variszischen Phase an (frühes Unterkarbon; bretonische Phase), in der die Grauwacken-Sedimente dem Meere entstiegen.