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Die Bohnerze im westlichen und südwestlichen Vorries (Härtsfeld usw.)

Kranz, Walter

Kurzfassung

I. Vorkommen, Lagerung, Entstehung und Alter der Bohnerze Die Einzeichnungen der Bohnerze und Bohnerztone in den württembergischen geognostischen Atlasblättern 1:50 000 Giengen 1896, Bopfingen I. Auflage 1877 und II. Auflage 1920 sind meist richtig; notwendige Berichtigungen und Ergänzungen enthält meine folgende Darstellung. In den Begleitworten zu Blatt Giengen sind folgende Vorkommen aufgeführt: 1. Aalberg bei Nattheim; 1869 schon ausgebaut, mit gelbbraunen Letten und Bohnerzen von 1-10 mm Durchmesser, auch der Letten erzreich (Eisenoxydhydrat). 2. Margarethe bei Nattheim; alte 1869 schon mehr oder minder ausgebeutete Gruben im Walde, mit Tagewässern angefüllt, an ihren Rändern Weißjura, der früher schöne Fossilien ("Nattheimer Korallen usw.") lieferte. Die Bohnerzgruben hatten bis rund 30 m Durchmesser und i. M. 10 m, aber auch bis 70 Fuß Tiefe. Der Jura war klüftig und offenbar schon bei Ablagerung der Bohnerztone ausgewaschen. 3. Röthenberg; rote bis tiefrote Tone (Eisenoxyd), die Erze fein konzentrisch schalig mit 2-5mm Durchmesser, häufig zu festen Massen mit dem Letten verkittet. "Quellen" haben an vielen Stellen den Letten ausgewaschen, wobei er lichtgelb und die Bohnerzkörner locker und ockerig wurden, ohne schalige Struktur. 4. Am Zitterberg; ähnlich wie beim Röthenberg. Schwarze, staubige Erzkugeln, zu Staub zerdrückbar, und ganz harte wie Glaskopfglanz, sehr häufig mit einem Kern von faserigem Brauneisenstein. 5. Der Wahlberg; eine gegen rund 10 m tiefe ausgebaute große kesselförmige Grube, an deren Rändern blutrot marmorierte lichte Letten anstehen, dazwischen Pisolithnester, Kalkspate und Brocken zerfressenen Jurakalkes. 6. Der Bolacker (bayerisch): Ähnlich wie am Wahlberg, gelb und rot marmorierte Letten an den Grubenwänden, in denen das Bohnerz stoß- und nesterweise lag. 7. Haldenhau; ähnlich wie am Wahlberg. Unter Süßwasserkalk lagen gelbbraune und rötliche Letten mit Bohnerzen, hierunter lichtgelbe Letten.