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Die Molasse im nördlichen Hegau

Schmidt, Wilhelm F.

Kurzfassung

Bei Begehungen und teilweiser Neuaufnahme der Kartenblätter Engen, Eigeltingen und Neuhausen ob Eck (1947/48) fand der Vortragende Gelegenheit, alle Vorkommen der Molasse des nördlichen Hegaus kennenzulernen. Die Festlegung der Verbreitung und Grenzen ließ gewisse Zusammenhänge der einzelnen Stufen bzw. Fazieseinheiten sichtbar werden, deren Erörterung für weitere Arbeiten in diesem Gebiet wertvoll sein kann. Der Nordhegau wurde bisher nicht zusammenfassend dargestellt, doch sind für die Problematik der Molasse Hinweise der Bearbeiter der Nachbarblätter Möhringen (SPITZ 1930), Hilzingen (ERB 1931), Blumberg wichtig. Sie sind im folgenden berücksichtigt. Für Blatt Engen lag ein Manuskript C. SCHNARRENBERGERS vor, der vor etwa 30 Jahren die Kartierung begann. J. LEUZE (1922) beschrieb die Vorkommen der Oberen Meeresmolasse, GERH. FISCHER (1933) die Zusammenhänge der "Juranagelfluh" mit der übrigen Molasse und dem Untergrund. Zahlreiche Fragen der Molasse in Verknüpfung mit dem Vulkanismus enthält das Werk RECKS (1923). Weiterhin sind zu nennen örtliche Angaben von SCHMIDLE, TOBIEN, WITTMANN. Hinsichtlich der Unteren Süßwassermolasse, der Graupensandrinne und Kirchberger Schichten, enthält besonders die zusammenfassende Arbeit KIDERLENS wichtige Hinweise. Vom weiter südöstlichen Beckeninnern her streift zuletzt HAUS (1951) das Gebiet. Die jüngsten Grabungen am Höwenegg zwingen zu Änderungen bisheriger Vorstellungen. Die stratigraphische Gliederung ist hier ähnlich schwer wie im gesamten Molassegebiet. Der rasche Fazieswechsel ist am Rande des großen Troges für eine Gliederung eher günstiger als im Beckeninnern, da in der typischen Randfazies sehr bezeichnende Ablagerungen erscheinen, die entweder fossilreich sind wie die Untere Süßwassermolasse, die Obere Meeresmolasse, die Kirchberger und Öhninger Schichten - oder so starker Ausdruck der Dynamik sind wie die transgredierende Obere Meeresmolasse und die Juranagelfluh oder die Ablagerungen des Vulkanismus.