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Über Faltung und Scherung im Bereich des "Frankenwälder Quersattels"

Engels, Bruno

Kurzfassung

1. Einleitung Zwischen dem Schwarzburger Sattel aus Altpaläozoikum und dem Thüringer Hauptsattel im SE dehnt sich die sog. Thüringer Hauptmulde aus (Abb. 1). In dieser breitangelegten Mulde finden sich hauptsächlich kulmische Schiefer, Grauwacken und Quarzite. Innerhalb der Thüringer Hauptmulde und der genannten Sättel liegt als bedeutendstes Querelement der sog. "Frankenwälder Quersattel", der-abgesehen von Verschiebungen - vor allem durch Aufbrüche von Devon und Granitintrusionen gekennzeichnet ist. Zur Klärung der geologischen Entstehungsgeschichte dieses "Quersattels" bedürfen folgende Fragen einer vordringlichen Beantwortung: a) Ist der "Frankenwälder Quersattel" in varistischer oder in jüngerer Zeit (z. B. saxonisch) entstanden? b) Handelt es sich tatsächlich um einen echten "herzynisch" streichenden Sattel mit Sehnenverkürzung in Richtung SW-NE oder liegt nur ein herausgeschobener Quer - Horst vor? An Hand von kleintektonischem Tatsachenmaterial wird versucht, einen Beitrag zur Lösung der genannten Probleme zu liefern. 2. Faltung Form und Größe der Falten entsprechen den Verhältnissen, wie sie auch aus anderen Teilen des Varistikums bekannt sind, z. B. dem Rheinischen Schiefergebirge. Sie streichen im allgemeinen SW-NE und vergieren nach SE. Die Faltenschenkel der Spezialfalten fallen in der Regel nach NW ein, auch am NW-Rande der Thüringer Hauptmulde. Trotzdem bleibt auch hier der an sich flache Muldencharakter erhalten, indem die Falten flach nach SE absteigen. Dabei zeigen sich die "liegenden" (flach einfallenden) Faltenschenkel länger als die "stehenden" (steil einfallenden) (Abb. 2). Dem entgegen wirken Abscherungen parallel zur Achsenebene (Abb. 3), wie man sie in den Schiefergruben häufig beobachtet (Abb. 4). Es handelt sich bei diesen Scherflächen ohne Zweifel vornehmlich um Abschiebungen, und nicht um Auf- oder Überschiebungen (E. ZIMMERMANN I, H. SCHOLTZ). Recht merkwürdig ist, daß die "stehenden" Faltenschenkel mächtiger sind als die "liegenden" (Abb. 5).