Original paper

Schwermineraluntersuchungen im schleswigholsteinischen Jungtertiär

Weyl, Richard; Werner, Hans

Kurzfassung

I. Einführung und Fragestellung Die jungtertiären Sedimente Schleswig-Holsteins und seiner Nachbargebiete sind mehrfach Gegenstand sedimentpetrographischer Untersuchungen gewesen, bei denen auch Schwerminerale Beachtung fanden [W. WETZEL (1931, 1937), W. G. SIMON (1931, 1932, 1933), H. MÜLLER (1931, 1933) (a) (b), R. WEYL (1931, 1932, 1933)]. Eine systematische Bearbeitung umfangreicheren Materials unter bestimmten Fragestellungen steht dagegen noch aus, obwohl gerade die schleswig-holsteinischen Jungtertiärablagerungen mit ihrer faziellen Mannigfaltigkeit eine Untersuchung des Schwermineralbestandes besonders reizvoll erscheinen lassen. Ausgehend von der Untersuchung einzelner Vorkommen mit zunächst speziellen. Fragestellungen (WEYL 1949, WEYL & WERNER 1951) ist daher versucht worden, einen Überblick über die Schwermineralführung des schleswigholsteinischen Jungtertiärs zu gewinnen, wobei folgende Fragen in erster Linie einer Klärung nähergebracht werden sollten: 1. Ist eine Gliederung der Schichten auf Grund des Schwermineralgehaltes möglich, die es erlaubt, den vielfach fehlenden Fossilgehalt bei der Einordnung von Einzelfunden oder Bohrproben zu ersetzen? 2. Sind die von EDELMAN (1938, 1948) und seinen Mitarbeitern im niederländischen Tertiär ermittelten "sedimentpetrologischen Provinzen" auch in Schleswig-Holstein nachweisbar, wie es vermutungsweise von EDELMAN (1938) ausgesprochen wurde? 3. Läßt sich aus der Schwermineralführung der Sedimente in irgendeiner Richtung auf die in mancher Beziehung noch ungeklärten paläogeographischen Verhältnisse Schleswig-Holsteins im Jungtertiär schließen? Dank einer finanziellen Beihilfe, für welche ich dem schleswig-holsteinischen Forschungsrat auch an dieser Stelle bestens danken möchte, war es möglich, Herrn Dr. HANS WERNER (jetzt Krefeld) zur Mitarbeit zu gewinnen, welcher die Aufbereitung der Hauptmasse der Proben und mikroskopische Untersuchung eines Teiles der Schwermineralpräparate übernahm. Teilergebnisse und ein vorläufiger Bericht wurden gemeinsam mit H. WERNER andernorts veröffentlicht (R. WEYL & H. WERNER 1951 a).