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Die Salsen der Halbinsel Kertsch und ihre Bor-Lagerstätten

Putzer, Hannfrit

Kurzfassung

1. Lage Die einförmige Steppenlandschaft der Kertsch-Halbinsel zeigt an einigen Stellen sehr interessante vulkan-ähnliche Erscheinungen, die sowohl der Stratigraphie wie der Tektonik der dortigen Erdgas- und Erdöl-Provinz ihr Dasein verdanken: Salsen (russ. "ssopkis"). Vor allem im NE der Halbinsel kommen noch heute tätige Salsen auf den Sattelzonen von Tarchan, Bulganak, Baksy und Dshankoj-Dshardshawa in der näheren Umgebung der Stadt Kertsch vor. Fossile Salsen liegen auf ähnlichen Strukturen über die Halbinsel verstreut bei Beschewli, Karmysch-Keletschi, Dshaw Tepe, Keneges, Arma-Eli, Kerleut, Ak Manaj, Nassyr u. a. (Abb. 1). 2. Geologische Struktur der Halbinsel Kertsch Die Halbinsel wird von mächtigen Sedimenten des Oligozäns, Miozäns und Pliozäns aufgebaut, denen örtlich Quartär auflagert. Oligozän und Miozän sind eine etwa 2000m mächtige Folge von Tonen und Mergeln, denen vereinzelt Kalk- und Sandsteinbänke sowie häufig blutrote Toneisenstein-Geoden eingeschaltet sind. Das mächtigste Schichtglied ist die sog. Maikop-Serie (Ob. Oligozän und Unt. Miozän), die im Gebiet des NW-Kaukasus die bekannten Erdöl-Lagerstätten birgt und auch auf der Kertsch in porösen Sandsteinen Erdöl und reichlich Erdgas enthält. Das höhere Miozän (II. Mediterran) mit den Horizonten Tschokrak, Karagan, Konk, Sarmat und Maeot hat etwa 800m Tone, Mergel, Sande und Riffkalke, während im Pliozän neben Sanden und Tonen die Brauneisenerz-Oolith-Formation der kimmerischen Stufe ausgebildet ist, die Verf. 1943 ausführlich beschrieben hat. Die tertiäre Schichtfolge ist die Fortsetzung der mächtigen Sedimente des tertiären Troges im NW-Kaukasus und der Taman-Halbinsel, mit dem sie den strukturellen Aufbau gemeinsam hat. Die meist sehr bildsamen Gesteine wurden im Zuge der pliozänen Faltung (chersonnesische Sub-Phase) intensiv gefaltet. Unter der ebenen bis hügeligen heutigen Landoberfläche der Kertsch, arm an Aufschlüssen, verbirgt sich ein komplizierter und wiederholter Faltenwurf, wie ihn das Profil Abb. 2 quer durch die mittlere Kertsch zeigt.