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Die Oberkreide-Gliederung in Deutschland nach ihrer Anpassung an das internationale Schema

Seitz, O.

Kurzfassung

Die bisherige Gliederung der Oberen Kreide im norddeutschen-baltischen Raum beruhte im wesentlichen auf der Entwicklungsreihe der Gonioteuthis westfalica zu G. granulata und G. quadrata. Sie ermöglichte die Abgrenzung des Emschers nach oben gegen das Granulatensenon und die des Quadratensenons, über welchem das dreigeteilte Mucronatensenon folgte. Diese hauptsächlich von CL. SCHLÜTER und E. STOLLEY begründete Einteilung wurde von HEINE, HEINZ und L. RIEDEL weiter ausgebaut. Nachdem nun JELETZKY (1951) nachgewiesen hat, daß die Dreiteilung des Mucronatensenons im Sinne STOLLEYS nicht durchführbar ist, daß vielmehr als Maastricht eine Schichtenserie abzutrennen ist, deren Basisgrenze etwa in der Mitte des Mittleren Mucronatensenons liegt, ergibt sich zwangsläufig eine Revision des ganzen bisherigen Schemas. Denn der Rest des so noch verbleibenden Mucronatensenons unter dem Maastricht entspricht genau dem Obercampan und ist damit am besten gekennzeichnet, während das Quadratensenon mit dem Untercampan übereinstimmt. Wenn somit das Quadraten- und Mucronatensenon durch Campan ersetzt werden muß, dann ist es nicht zweckmäßig, das "Granulatensenon" und den "Emscher" noch für sich allein als Rest des norddeutschen-baltischen Schemas zwischen den internationalen Termini "Cenoman" und "Turon" einerseits und "Campan" und "Maastricht" andererseits beizubehalten. Die Notwendigkeit, die internationalen Termini allgemein anzuwenden, hat JELETZKY (1951, S. 17-44) ausführlich begründet. Eine Parallelisierung zwischen der norddeutschen-baltischen und der internationalen Gliederung hat er bereits 1948 versucht. Dabei ging er aber von dem von STOLLEY 1931 veröffentlichten Schema aus, das nicht mehr dem neuesten Stand entspricht. Ein Vergleich mit der Stratigraphie der Oberkreide in Frankreich zeigt, daß die Grenzen der internationalen Stufen auch in deutschen Profilen aufzufinden sind. Es bestehen zwar zwischen beiden Gebieten nicht unbeträchtliche Unterschiede in der Biofazies. Andererseits sind aber auch erhebliche Unterschiede im Stande der wissenschaftlichen Bearbeitung vorhanden.