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Geologie und Baugrunduntersuchungen

Schwarz, Albert

Kurzfassung

Baugrunduntersuchungen fallen in den Bereich der Geologie. Sie sind als ingenieurgeologische Untersuchungen ausgerichtet auf die Belange des Bauingenieurwesens. Die Methoden der Baugrunduntersuchung sind sowohl die der Geologie als beschreibender Wissenschaft, wie die der Physik, die die festgestellten Erscheinungen ihrem Wesen nach klärt, und abermals der Geologie, nunmehr als deduzierender Wissenschaft, die aus diesem geklärten Erscheinungsbild und aus ihrem von anderswo hergeleiteten Erfahrungsschatz auf das Verhalten des zu Baugrund bestimmten Untergrundes schließt. Wobei dann auch wieder die Ingenieurwissenschaft zu Worte kommt, die durch die Ausführungsart der Bauwerke vom Bauwerk her den Baugrund wieder beeinflußt, oft sogar in ausschlaggebender Weise. Das Wirken auf diesem Grenzgebiet der Geologie sollte also möglichst den Stempel einer gegenseitigen Durchwirkung von Geologie und Ingenieurwissenschaft haben. Die Darstellungsmethoden können die auf den besonderen Zweck zugeschnittenen Methoden der Geologie sein, einschließlich der kartographischen, soweit es sich um die Beschreibung des Zustandes handelt. Sobald aber Wertungen erfolgen sollen, ist mit Rücksicht auf die sehr verwickelten Wechselbeziehungen zwischen Baugrund und jeweiligem Bauwerk nur im gegebenen Einzelfall eine Festlegung möglich, es sei denn, daß von der bodenmechanischen Seite her brauchbare Untersuchungsmethoden entwickelt werden, die es gestatten, auch ohne Kenntnis des Einzelbauwerks verbindliche Aussagen über das Verhalten des Untergrundes nach baulichen Eingriffen zu machen.