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Die geologischen Verhältnisse des Dornberges westlich Kassel

Rösing, Franz

Kurzfassung

Der Untere Muschelkalk, aus dem sich in der Hauptsache das Dörnbergmassiv zusammensetzt, ist auf seiner Süd- und Westseite von der Basis bis zur Schaumkalkzone erhalten. Der größte Teil des Unteren Wellenkalkes und der Oolithzone konnte bis ins einzelne untergliedert und mit den verschiedenen Vorkommen bei Weimar/Kassel, Heckershausen, im Stadtgebiet von Kassel und im oberen Ahnetal (Habichtswald) verglichen werden (M. BLANCKENHORN 1898, F. BEYSCHLAG 1908). Über dem Muschelkalk liegt diskordant Unteroligozän. An der Basis treten graue bis graublaue, auch gelbliche Tone auf (15-20m). Es folgen gelbe bis graue Klebsande und Sande, die im Hangenden von einer Quarzitbank abgelöst werden. Braunkohle ist nach den bisherigen Beobachtungen in (2?) geringmächtigen Flözchen vorhanden. Rupelton und Kasseler Meeressand sind zwar anstehend nicht angetroffen worden, doch sprechen einige Funde, die F. BEYSCHLAG (1908) vom Südosthang des Dörnberges angibt, ferner einige Fossilien, die mir Herr Lehrer WILKE (Weimar) vom Hangarstein und von der Ostseite der Immelburg vorlegte, dafür, daß auf der Ostseite des Dörnbergmassivs Oberoligozän vorhanden ist. Ob auch noch mit Rupelton zu rechnen ist, bleibt zunächst offen. Miozäne Sedimente sind am Dörnberg nicht mehr erhalten. Es ist anzunehmen, daß sie hier vorhanden waren, aber der Erosion vor Ablagerung der (wahrscheinlich obermiozänen) Tuffe zum Opfer gefallen sind. Diese sind auf dem Nordhang des Dörnberges und an der Immelburg gut aufgeschlossen und stellenweise 70-90 m mächtig. Abgesehen von den mit Sicherheit als schlotnahe Bildungen anzusprechenden Tuffe läßt sich im übrigen eine Gliederung vornehmen, die zumindest noch für den Bereich des Habichtswaldes gültig zu sein scheint. Fast in jedem Tuffaufschluß kann man deutlich subaquatische Rutschungen nachweisen. Wie K. SCHLOSSMACHER (1911) bereits von Tuffen des Habichtswaldes berichtet, so wurden auch am Dörnberg mehrere Einschlüsse von Tertiärquarziten beobachtet, was deutlich dafür spricht, daß die Quarzitbildung, zumindest teilweise, schon vor Beginn der Tuffphase abgeschlossen war. Die verschiedenen Basaltvorkommen im Bereich des Dörnbergmassivs bestehen im wesentlichen aus Feldspatbasalt, Hyalonephelinbasanit, Nephelinbasalt und Limburgit. Die Angaben 0. FROMMS (1891) und K. SCHLOSSMACHERS (1911) konnten weitgehend bestätigt werden.