Original paper

Flußspatvorkommen im Schwarzwald

Teike, M.

Kurzfassung

Der Flußspat als Mineral ist seit 1558 bekannt und wurde schon 1585 im Harz für die Erzverhüttung abgebaut. Im Schwarzwald findet er zum erstenmal im 18. Jahrhundert Erwähnung, wo er als Gangmineral auf der Blei-Silbererzgrube "Erzengel Gabriel" bei Hausach i. Kinzigtal genannt wird. Zur Zeit wird im Schwarzwald Flußspat im Belchengebiet, Ober-Wiesental bei Wieden-Schönau (Finstergrund) und Untermünstertal (Teufelsgrund-Schindler) abgebaut. Im Mittleren Schwarzwald geht Bergbau auf Flußspat im Renchtal bei Oberkirch auf der Grube Hesselbach um. Es sind hier mehrere Gänge über einige km Erstreckung mit NW-SE-Streichen und 60-70° Einfallen nach SW bekannt. Ihre Mächtigkeit ist stark wechselnd und beträgt durchschnittlich 1,50m. Neben Flußspat kommt Schwerspat vor, der ihn örtlich ganz verdrängen kann. Zum Ausscheiden des mit hereinbrechenden Quarzes und Nebengesteins ist eine Aufbereitung des Fördergutes notwendig, welche in einem Klauben des grobstückigen Materials und Weiterverarbeiten des Mittelkorns auf Setzmaschinen sowie Flotation der fein- bis feinstkörnigen Anteile besteht. Der höchstprozentige Spat wird in der chemischen Industrie zur Herstellung von Flußsäure, Kieselflußsäure und ihren Abkömmlingen sowie künstlichem Kryolith für die Aluminiumerzeugung verwendet. Bei der Herstellung von Treibstoffen hoher Oktanzahl wird Flußsäure als Katalysator gebraucht. Weniger hohe Ansprüche an die Qualität des Spates stellt die Glas-, Email- und keramische Industrie. Große Mengen von Flußspat werden durch die Eisen- und Metallhütten als Flußmittel aufgenommen. Die Weltförderung an Flußspat wird auf etwa 1 000 000 t in Kriegszeiten und etwa 700 000 t in normalen Zeiten geschätzt, so daß der Flußspatmarkt als stark konjunkturabhängig anzusehen ist. Deutschland steht dabei in der Produktion nach USA. an 2. Stelle vor England und Frankreich. Die Gesamtvorräte Deutschlands dürften etwa 3 000 000 t betragen, während neuere Zahlen aus USA. dort 16 000 000 t angeben.