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Die Julia-Constantin-Querstörung als Bleiglanz-Schwerspat-Erzgang

Patteisky, Karl

Kurzfassung

Die Julia-Constantin-Querstörung ist, ebenso wie die anderen Querstörungen des Ruhrkarbons, augenscheinlich durch eine einseitig schräge Abwärtsbewegung im letzten Stadium der asturisch-variskischen Gebirgsfaltung eingerissen. Der Seigerverwurf ihres Südwesttrums beträgt in ihrem mittleren Abschnitt 150 m, die größte Kluftbreite 7-8 m. Die in die Kluft gefallenen größeren und kleineren Nebengesteinsblöcke und Flöztrümmer dienten den dabei von der Tiefe aufgedrungenen Minerallösungen als Kristallisationskeime. Auf ihnen setzte die Vererzung und Mineralisierung sogleich ein, so daß von einer Verharnischung oder Verreibung der Kluftgesteine nichts oder nur wenig zu sehen ist. Bei dieser ersten Vererzung begann in ihrer Bleiglanzteufe, insbesondere am liegenden Salband, zunächst die Bildung von Bleiglanzkristallen. Darüber folgt eine weitaus mächtigere Abscheidung von weißlichem Schwerspat. Eine zweite Bleiglanzvererzung zeigt oft nach Oktaederflächen abgeschrägte Würfel. Ohne Schwerspat-Zwischenschaltung folgt darüber ein Pyrit-Überzug und schließlich ein durchscheinender Kalzit mit nach einer Kombination abgeschrägten Rhomboeder-Flächen, ähnlich wie sie P. KUKUK (1937, S. 621, Abb. 719) abgebildet hat, nur mit etwas flacheren Rhomboedern. Sie kleiden die kleineren Drusenräume aus. Diese Mineralausscheidungen werden umhüllt von einem milchig weißlichen Kalzit, der in großen, flachen Rhomboedern auskristallisiert ist. Er bildet meist die Auskleidung der offengebliebenen Drusenräume. In manchen Teilen des Ganges ist die Kalzitauskleidung der Drusenräume von einem Pyrit überzogen, welcher den Eindruck macht, daß er zunächst kolloidal aus der Lösung ausgefallen ist; oberflächlich zeigt er kleinere Würfelflächen. Als jüngste Bildung sind gelegentlich Markasitausscheidungen vorhanden. Im Abschnitt am Gelsenkirchener Sattel, im Felde der Zeche Julia, wölbt sich die Zone der Bleiglanzteufe auf ein höheres Niveau empor, ebenso wie am Südausläufer des Ganges gegen den Wattenscheider Sattel hin. Auf der Zeche Julia fand man nördlich des Gelsenkirchener Sattels auf der - 642 m Sohle unterhalb der Bleiglanzzone eine andere Vererzung vor, welcher jedenfalls eine tiefere Teufenzone zukommt. Sie ist gekennzeichnet durch das Auftreten von Ankerit, Quarz und etwas Pyrit.