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"Die durch das Deckgebirge dem Bergbau im Ruhrbezirk erwachsenden Schwierigkeiten, ihre geologischen Ursachen und ihre Überwindung"

Wolansky, Dora

Kurzfassung

Mit der fortschreitenden Entwicklung ist der Ruhrbergbau gezwungen, mehr und mehr die nordwest-, nördlichen und nordöstlichen Reservefelder in Angriff zu nehmen. Es sind dies die Bereiche mit starken Deckgebirgsmächtigkeiten, die dem Bergbau zunehmende Schwierigkeiten bereiten. Zu ihrer Überwindung ergibt sich zwangsläufig die Notwendigkeit, in wachsendem Maße eine sorgfältige geologische Untersuchung des Gebirges im voraus durchzuführen, um vorsorglich planen und die zweckmäßigsten Maßnahmen ergreifen zu können. Bietet ein starkes Deckgebirge allein durch sein Vorhandensein auf Grund der zwangsläufig sich ergebenden größeren Tiefenlage der Grubenbaue mit all den bekannten nachteiligen Folgen dem Bergbau schon genügend Probleme, so sind es insbesondere zwei Gesichtspunkte, bei denen eine geologische Beratung, rechtzeitig eingesetzt, von großem Nutzen sein kann, und zwar einmal bei der Durchörterung der Schichten durch Schächte, wobei nach dem Erreichen des Karbons die Schwierigkeiten überwunden sind, und zum anderen beim Betriebe des Bergbaues unter starkem Deckgebirge, wobei sich, je nach dessen Gesteinsausbildung, Lagerung und Wasserführung, fortlaufend neue Probleme ergeben können. Maßgebliche Faktoren, die geprüft werden müssen, sind dabei in erster Linie die Gesteinsausbildung und damit Probleme der Stratigraphie, Sedimentation, Faziesentwicklung, Sedimentpetrographie und Paläogeographie zur Beantwortung der Frage nach dem Gebirgsverhalten. Gilt es hierbei doch, die Standfestigkeit, Tragfähigkeit, Bruchfestigkeit, Durchlässigkeit für Wasser und Gas, Wärmeleitfähigkeit, Mineral- und Korngrößenzusammensetzung, den Kornverband, Feinton- und Feinsandführung, fließgefährliches oder etwa thixotropes Verhalten zu klären. Ebenso wichtig ist die Untersuchung der geohydrologischen Verhältnisse, wie Art, Menge und Gesetzmäßigkeiten der Wasserführung, Herkunft, Wanderwege, Chemismus, Temperatur und Gasführung der zusitzenden Wässer, etwaige artesische Spannung u. dgl. mehr, während die Prüfung der Lagerungsverhältnisse, wie Faltung oder insbesondere Zerreißung bzw. Zerrüttung der Schichten an Sprungzonen, mit der Bearbeitung der übrigen angeschnittenen Fragen aufs engste Hand in Hand gehen muß.