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Das Verhalten des Inkohlungsgrades in der Bohrung Senden 11 a

Patteisky, K.

Kurzfassung

Der Inkohlungsgrad der Steinkohlen wird heute nach einem durch die DIN-Vornorm 21 935 festgelegten Schema nach den flüchtigen Stoffen aus dem waf. Vitrit beurteilt. Der Vitrit ist die einzige Streifenart der karbonischen Steinkohlen, welcher ein einigermaßen einheitlicher Ursprungsstoff zukommt. Recht verschieden hingegen war das Ausgangsmaterial der Mattkohlen, je nachdem sie mehr oder weniger vitritische Beimengungen besitzen. Untersuchungen haben ergeben, daß bei den Ruhrkohlen von der Flammkohle mit 37-38% fl. St. bis zur unteren Gaskohle mit etwas über 29% fl. St. im waf. Vitrit die Mattkohlen bis 10 oder. 12% flüchtige Stoffe mehr bilden als die zugehörigen Vitrite. Hingegen geben unterhalb dieser Grenze die Mattkohlen zunächst bis um 8% weniger fl. St. als die ihnen zugeordneten Vitrite. Erst gegen den Anthrazit hin gleicht sich die chemische Beschaffenheit dieser beiden Streifenarten an. Beiderseits dieser scharfen Überschneidung der Vitrit- und der Mattkohlen-Kennlinien liegt der von LEHMANN und STACH angegebene Inkohlungssprung. Er betrifft jedoch nur die Mattkohlen, während die Vitrite an dieser Stelle weiterhin ihre allmähliche Umbildung fortsetzen. Aus der waf. Kennelkohle des Flözes Nr. 1 der Bohrung Senden 11 a bilden sich 40-6% fl. St., hingegen hatten die Vitrite der bald darunterliegenden Flöze 3 und 4 nur 33,7 und 33,8% fl. St. (diese und alle folgenden Angaben beziehen sich auf waf. Vitrit). Die Inkohlungslinien der Vitrite und Mattkohlen überschneiden sich etwa bei dem stratigraphisch um 230 m tiefer liegenden Flöz 13. Von da an sinken die fl. St. bis zu dem stratigraphisch 445 m unterhalb vom Flöz 1 gelegenen Flöz 38 auf 20,7% fl. St. ab. Die zur Untersuchung gelangten Vitrite waren vor allem durch Bergassessor SCHÖNWÄLDER sorgfältig geklaubt und nach Entfernung des Kornes unter 0,2 mm abgeschwommen worden; die Proben hatten fast durchweg weniger als 1% Asche. Ein im Lichtbild gezeigtes Diagramm der Beziehungen zwischen stratigraphischer Tiefe und fl. St. ließ erkennen, daß sich die Vitritpunkte, mit geringen Abweichungen, zwanglos an eine regelmäßig verlaufende Inkohlungskurve anpassen.