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Das Deckgebirge in den Bohrungen Senden 11 und 11 a

Wolansky, Dora

Kurzfassung

Aus vier Bohrprofilen, und zwar denen der alten fiskalischen Bohrung Senden sowie Vingerhoets 94 einerseits und denen der Bohrungen Senden 11 und 11 a andererseits, die 3 km voneinander entfernt liegen, konnte eine trotz der geringen Zahl von Kernstrecken dennoch hinreichende Aufgliederung der Schichten des Kreidedeckgebirges an Hand von Makrofossilien durchgeführt werden. Mit Sicherheit sind die Ablagerungen vom Obersenon bis einschließlich Cenoman in für den dortigen Bereich normaler Ausbildung vorhanden, Die Einschaltung eines dunklen Mergelschiefers mit Aucellina gryphaeoides Sow., zusammen mit einer leider nur schlecht erhaltenen Mikrofauna ziemlich an der Basis der transgredierenden Kreideschichten, deren stratigraphische Einstufung nach HILTERMANN nicht eindeutig geklärt ist, läßt die Vermutung aufkommen, daß vielleicht bereits Ober-Alb vorliegen konnte und damit die Überflutung der Rheinischen Masse durch das Kreidemeer von Norden her bereits im höheren Alb (vielleicht über den fraglichen "Münsterländer Abbruch" hinweg) beginnt. Eine intensivere mikropaläontologische Durcharbeitung der Kreide im Münsterschen Becken, besonders für Zwecke der Feinstratigraphie, ist auch in diesem Zusammenhang dringend erwünscht. An Hand des beachtlichen Höhenunterschiedes der Kreide-Karbon-Grenze in den nur 30 m voneinander entfernt liegenden Bohrungen Senden 11 und 11 a wurde sodann die Frage des Reliefs der Karbonoberfläche und des Durchsetzens von karbonischen Störungen in die Schichten des Kreidemergels hinein erörtert. In der nachfolgenden Aussprache wurde die Frage der Oberalb-Transgression, des "Münsterländer Abbruches" und des Durchsetzens karbonischer Störungen ins Deckgebirge hinein lebhaft diskutiert.