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Die Karbonatführung der Essener Schichten in der Bohrung Senden

Werner, H.

Kurzfassung

Bei der Bohrung Senden 11 a wurden zunächst sämtliche Spül- und Kernproben an Ort und Stelle qualitativ auf Karbonat geprüft. Gesteine mit größerem Karbonatgehalt wurden dann im Labor auf Kalzium-, Magnesium- und Eisenkarbonat untersucht. Dabei zeigte sich, daß die Sandsteine der Bochumer Schichten nur wenig Kalzium- und Magnesium-Karbonat enthalten. Hier überwiegt Siderit. Das ist insofern auffällig, als gerade aus den Bochumer Schichten vielerorts dolomitische Konkretionen (und zwar nicht nur aus Flöz Katharina) erwähnt werden. Im Gegensatz hierzu erwiesen sich Sandsteine aus den Mittleren und Unteren Essener Schichten als karbonatreich. So enthält z. B. der Sandstein aus Teufe 1312,5-1315,5 m 30,5% CaCO3, 16,9% MgCO3 und 9,0% FeCO3. - Auffällig ist, daß sich Kalziumkarbonat und Magnesiumkarbonat meist etwa wie 2:1 verhalten. Der Gesamtgehalt an karbonatischen Bindemitteln steigt in einzelnen Proben bis auf 57%. An- und Dünnschliffe zeigen, daß Quarzkörner, Feldspäte und Glimmerblättchen locker gepackt in der stark umkristallisierten karbonatischen Grundmasse liegen. Ähnliche karbonatische Sandsteine sind aus gleichaltrigen Schichten von Essen und Aachen bekannt. Die reiche Karbonatführung der Essener Schichten in der Bohrung Senden ist also nichts Ungewöhnliches. Von Aachen wurden Foraminiferenfunde in den karbonatführenden Sandsteinen der Essener Schichten gemeldet, die aber von BARTENSTEIN und HILTERMANN angezweifelt werden. Ein Beweis für die marine Abkunft der Karbonate ist nicht erbracht. Da in den mittleren Essener Schichten Packungen nichtmariner Muscheln häufig sind, liegt es vielmehr nahe, anzunehmen, daß hier einst limnisch-brackige Schillkalke bzw. Kalksandsteine vorlagen, die erst im Verlauf der Diagenese bzw. bei der Versenkung in größere Tiefen Magnesium aufnahmen.