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Vergleich der Tektonik der Bohrungen 11 und 11 a bei Senden mit dem Wattenscheider Sattel bei Werne und ein Ausbilck auf die zu erwartende Tiefentektonik

Seidel, G.

Kurzfassung

Die in der streichenden Verlängerung des Dorstener Sattels angesetzten Bohrungen Senden 11 und Senden 11 a ergaben ein Schichteinfallen von etwa 50°, das zur Teufe hin im Bereich und im Liegenden der bei 2200 m durchsunkenen Störungszone fast 90° erreichte. In den nur 3 km nordwestlich von S 11 und S 11 a geteuften älteren Bohrungen Vingerhoets 94 und fiskalische Bohrung Senden betrug das Einfallen der Gebirgsschichten nur ± 20° nach Norden, in der weiter entfernten, bei Seppenrade stehenden Bohrung Vingerhoets 95 am Nordflügel des Vestischen Sattels nur 10-15° nach Norden. S 11 a endete bei 2402 m und stand nach C. HAHNE bei Erreichen der Störungszone im Liegenden von Flöz Präsident, also in hohen unteren Bochumer (= Fettkohlen-) Schichten; V 94 endete bei 1731,30m nach BOSSE in hohen Gaskohlenschichten; fBS bei 1400m, nach BÄRTLING, in den obersten Gasflammkohlenschichten. Konstruiert man nach diesen Unterlagen und im Hinblick auf die im Profil von V 95 bei Seppenrade angetroffene flache Lagerung sowie im Hinblick auf die durch Grubenaufschlüsse bekannte flache Lagerung in der Lippemulde bei Dorsten ein Profil durch S 11 bzw. S 11 a, fBS und V 94, so ergibt sich zwanglos ein steil aufragendes Antiklinorium, das nach Süden sicher und nach Norden sehr wahrscheinlich von flachen weitgespannten Mulden begleitet wird. Es entspricht in seinem Aussehen im Prinzip ganz dem Bild des Wattenscheider Sattels bei Werne. Denn auch der Wattenscheider Sattel bildet hier, durch Aufschlüsse gut belegt, ein steiles, von flachen, weitgespannten Mulden begleitetes Antiklinorium. Außerdem wird der Wattenscheider Sattel bei Werne, wie allen großen Sätteln des Ruhrgebiets eigen, im Norden von einer Schuppenzone, im Süden von einer großen Überschiebung begleitet, während der Sattelkern gestört ist. Da der Dorstener Sattel auch genetisch zu den Großsätteln des Ruhrgebietes gehört, ist es vertretbar, ihn sich ebenfalls als im Kern gestört und im Norden und Süden von Wechseln begleitet vorzustellen, zumal die durchbohrte größere Störungszone in S 11 a auf eine größere Überschiebung an seiner Südflanke hinzuweisen scheint.